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Mann schläft in Traumlandschaft.

Träumt der Mensch, ist sein Gehirn ähnlich aktiv wie im Wachzustand.
© olly - Fotolia

So. 30. Oktober 2011

Forscher messen erstmals Trauminhalte

Fast wie im Hollywood-Film: Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, die Aktivität des Gehirns während des Träumens zu analysieren. Möglich wurde dies mit Hilfe sogenannter luzider Träumer, also Menschen, die sich ihres Träumens bewusst werden und ihre Trauminhalte verändern können.

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Seit wenigen Jahren können bildgebende Verfahren wie die funktionelle Kernspintomografie räumlich genau lokalisierte Gehirnaktivität während des Schlafs sichtbar machen. Allerdings konnten Forscher die Hirnaktivitäten bislang nicht während eines Traumes analysieren. Denn eine gemessene Hirnaktivität lässt sich nur dann auf einen spezifischen Traum zurückführen, wenn die genaue zeitliche Übereinstimmung von Trauminhalt und Messung bekannt ist. Ob ein Mensch träumt, konnte also nur die Person selbst mitteilen.

Die Wissenschaftler haben sich deshalb die Fähigkeit luzider Träumer zu Nutze gemacht, bewusst zu träumen. Der "Klarträumer" sollte sich während des Schlafs in einem Kernspintomografen seines Traumes bewusst werden und diesen Zustand an die Forscher durch Augenbewegungen melden. Dann sollte er willentlich "träumen", zuerst die linke und dann die rechte Hand für zehn Sekunden wiederholt zu einer Faust zu ballen.

Die ab diesem Zeitpunkt gemessene Aktivität des Gehirns spiegelte den vereinbarten Traum wider, abwechselnd die Fäuste zu ballen. Tatsächlich wurde eine Region in der Großhirnrinde des Gehirns aktiviert, der für die Ausführung von Bewegungen zuständig ist. Dies zeigt auch ein direkter Vergleich mit der Gehirnaktivität, die bei einer tatsächlich ausgeführten Bewegung der Hand im Wachen auftritt. Auch wenn der luzide Träumer sich die Bewegung der Hand im Wachen nur vorstellt, reagiert die Hirnrinde ähnlich.

"Unsere Träume sind also kein 'Schlaf-Kino', in dem wir passiv ein Geschehen nur beobachten, sondern schließen Aktivität in denjenigen Hirnregionen mit ein, die für die Traumhandlung relevant sind", erklärte Michael Czisch, Arbeitsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Psychiatrie.

MPG

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