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"Aber, das hätten Sie doch sehen müssen, Frau Müller!" Nur nicht zu nett zu den Mitarbeitern sein, sonst wird man als Führungskraft nicht ernstgenommen.
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Do. 29. September 2011

Geizhals oder Gönner – wer ist der bessere Anführer?

Eigentlich gilt Großzügigkeit als eine Tugend. Unter Führungskräften wird sie aber oft als Schwäche gedeutet. Eine amerikanische Studie gibt nun Hinweise darauf, warum nette Mitmenschen als Anführer oft nicht wahrgenommen werden.

Die Wissenschaftler der Kellogg School of Management an der Northwestern University in Evanston, USA, stellten fest, dass Großzügigkeit das Ansehen einer Person in zwei wesentlichen Bereichen beeinflusst: in ihrer Ehrenhaftigkeit und der Dominanz. Die Ehrenhaftigkeit oder auch das Prestige bezieht sich dabei vor allem auf die uneingeschränkte Bewunderung von Dritten – Mutter Theresa ist ein gutes Beispiel für eine höchst ehrenhafte Frau. Dominanz hingegen zeichnet eher "Alpha-Tiere" aus – Al Capone ist ein extrem dominanter Mensch gewesen.

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Menschen mit hohem Prestige werden oft als Heilige wahrgenommen, so die Forscher. Dennoch würden sie nicht als harte Führungspersonen wahrgenommen, da sie ihre Ziele denen der Gruppe unterordnen. Zwar würden Menschen in Friedenszeiten gern von ehrenhaften Menschen und bewunderten Menschen geführt. Im Vergleich zu Konkurrenten, die vor allem auf ihren persönlichen Gewinn abzielen, würden sie aber oft als unterwürfig wahrgenommen. Daher würden die Alpha-Tiere besonders in Zeiten starker Konkurrenz oft als Führungspersonen bevorzugt.

Um ihre Thesen zu untermauern, führten die Wissenschaftler ein Experiment mit Freiwilligen durch. Die Testpersonen bekamen Spielchips im Wert von 20 Dollar. Diese Chips konnten sie entweder für sich behalten oder in einen Sammeltopf spenden. Der Spender konnte dabei entscheiden, ob die Spende lediglich an seine eigene Gruppe gehen sollte, oder ob zeitgleich eine andere Gruppe von Testpersonen negative Konsequenzen aus der Spende erfahren sollte.

Selbstsüchtigkeit und mutwillige Schädigung von Mitgliedern anderer Gruppen führte dazu, dass die Testpersonen zwar als dominant wahrgenommen wurden, allerdings nahm die Bewunderung für diese Führungspersonen ab. Wer hingegen sein Geld großzügig mit den Mitgliedern der Gruppe teilte, war sich der Bewunderung seiner Mitmenschen sicher, verlor aber an Dominanz. Am härtesten traf es aber diejenigen, die ihr Geld sowohl mit Mitgliedern der eigenen als auch anderer Gruppen teilten. Bei diesen "universellen" Spendern litten sowohl die Dominanz als auch das Prestige.

Wer zu großzügig ist, verliert in den Augen der Mitmenschen an Macht und Stärke, so die Forscher. Geizhälse hingegen, die nur auf das Wohl der eigenen Gruppe oder gar nur auf ihr eigenes Wohl aus sind, werden oft als besonders dominant wahrgenommen. Gerade in unruhigen Zeiten aber wünschen sich die Menschen oft dominante Anführer. Wer zu nett ist, hat als Führungsperson daher oft keine Chance.

KK

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