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Kind streckt Zunge raus; Geschmacksrezeptoren, Zunge, fettig

Zeigt her Eure Geschmacksknospen...
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Fr. 26. August 2011

Fettrezeptor auf der menschlichen Zunge entdeckt

In Geschmacksknospen der menschlichen Zunge und im umliegenden Zungengewebe haben Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) Bindungsstellen für Fett nachgewiesen. Die Forscher vermuten, dass man darüber typischen Fettgeschmack wahrnimmt.

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Die Natur hat es so eingerichtet, dass die Menschen Geschmacksvorlieben für Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette entwickelt haben. Geschmacksrezeptoren für Kohlenhydrate und Eiweiße sind bereits länger bekannt. Spezielle Bindungsstellen, die für die Wahrnehmung von Fetten verantwortlich sind, konnten jedoch noch nicht identifiziert werden. Daher ging man bislang davon aus, dass die menschliche Geschmacksvorliebe für Fett hauptsächlich auf die Beschaffenheit fetthaltiger Nahrung und im Fett gelöste Aromastoffe zurückzuführen ist. Studien an Nagern sowie Geschmackstests erhärteten aber in jüngster Zeit den Verdacht, dass es Rezeptoren für Fett geben könnte.

Daher untersuchte das Forscherteam um Maria Mercedes Galindo und Maik Behrens vom DIfE, ob die in Nagerstudien gefundenen Rezeptorkandidaten auch beim Menschen eine Rolle spielen könnten. Ein Rezeptor erwies sich dabei als vielversprechend, denn die Wissenschaftler konnten ihn in menschlichen Geschmacksknospen nachweisen. Zudem zeigten Labortests mit Hilfe einer Art künstlichen Zunge, dass langkettige Fettsäuren, die einen typischen Fettgeschmack hervorrufen, den Rezeptor deutlich aktivieren.

"Dies als Beweis für die Existenz einer sechsten Grundgeschmacksqualität 'fettig' zu sehen, wäre aber sicher vorschnell", sagt Wolfgang Meyerhof, Leiter der Abteilung Molekulare Genetik am DIfE. Studienleiter Behrens fügt hinzu: "Hierfür müsste man nachweisen, dass das durch den Fettrezeptor ausgelöste Signal über spezialisierte Geschmackszellen und Nervenbahnen als Geschmackssignal ans Gehirn weitergeleitet wird." Dennoch seien die Ergebnisse sehr interessant, da sie erstmalig zeigten, dass auch der Mensch in seinen Geschmacksknospen über einen Fettrezeptor verfügt.

RF/DIfE

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