Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Gesunde Bakterien fördern Parodontitis

Aktuelles

Lächelndes Paar

Wer seine Zähne gut pflegt, kann Parodontitis fernhalten.
© mauritius images

Sa. 29. Oktober 2011

Normale Bakterien der Mundflora fördern Parodontitis

An der Entstehung der Zahnfleischentzündung Parodontitis sind offensichtlich nicht nur krankheitserregende Bakterien beteiligt. Wissenschaftler des Queen Mary’s Blizard Institute der University of London in Großbritannien konnten zeigen, dass auch Keime der gesunden Mundflora dabei eine Rolle spielen.

Anzeige

Die Parodontits ist eine bakterielle Entzündung des Zahnfleischs, bei der der gesamte Zahnhalteapparat zerstört werden kann. In Großbritannien sind etwa 54 Prozent der Bevölkerung von der Erkrankung betroffen. In einem Versuch haben die Wissenschaftler Mäusen mit dem Bakterium Porphyromonas gingivalis infiziert. Dieses Bakterium kann die Parodontitis auslösen. Die Versuchsmäuse lebten dabei unter verschiedenen Bedingungen: Zum einen gab es Mäuse, die eine normale gesunde Mundflora mit verschiedenen Bakterienarten hatten. Eine andere Gruppe von Mäusen lebte in einer völlig keimfreien Umgebung, hatte demnach auch keine natürliche Mundflora.

Das überraschende Ergebnis: Mäuse, die in keimfreier Umgebung lebten, entwickelten nach Infektion mit Porphyromonas gingivalis keine Parodontitis. Die krankheitserregenden Keime allein machen also keine Parodontitis. Die Mäuse, die eine normale Mundflora hatten, entwickelten die Erkrankung hingegen in allen Ausprägungen – vom Zahnfleischbluten bis hin zum Knochenverlust des Kieferknochens. Dabei stellten die Forscher fest, dass Porphyromonas gingivalis offensichtlich zu einem starken Wachstum der Keime aus der natürlichen Mundflora geführt hatte.

Porphyromonas gingivalis scheint mit den Keimen der Mundflora zu interagieren und so zur Entstehung der Parodontitis zu führen. Auch wenn diese Ergebnisse dabei helfen, die genauen Entstehungsmechanismen hinter der Parodontitis zu entschlüsseln, wird es nach Ansicht der Forscher noch weitere Studien brauchen, bis aus den Erkenntnissen auch vorbeugende Maßnahmen gegen die Erkrankung abgeleitet werden können. Denkbar wären etwa Produkte, die die Mundflora regulieren.

KK

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Abnehmen: Auf diese Mahlzeit kommt es an

Wann und wie häufig wir essen, spielt bei einer Diät eine wichtige Rolle.

Impfung gegen Mückenspucke im Test

Die Impfung könnte vor Malaria, Gelbfieber und Zika schützen.

Führen Antibiotika zu Geburtsfehlern?

Einige Wirkstoffe könnten dem ungeborenen Baby schaden.

Aortendissektion wird oft nicht erkannt

Die Symptome ähneln denen eines akuten Herzinfarktes.

Beugen Darm-Viren Typ-1-Diabetes vor?

US-Forscher finden einen Virenstamm, der das Diabetes-Risiko verringert.

Warum bei Diabetes die Zähne leiden

Eine neue Studie zeigt einen bisher unbekannten Zusammenhang.

Versteckte Viren verstärken MS

Herpesviren lösen Multiple Sklerose nicht aus, können aber den Verlauf beeinflussen.

Hände verraten viel über Selbstkontrolle

Wie man sich entscheidet, ist oft schon vorher an den Händen zu erkennen.

Bauernhoftiere schützen vor Allergien

Der Kontakt mit Tieren nimmt positiven Einfluss auf die Aktivität des Immunsystems.

Pflanzenfarbstoff hilft bei Entzündungen

Lutein wirkt entzündungshemmend. Das kann besonders bei einigen Formen der koronaren Herzkrankheit nützen.

Diabetes: Schlafapnoe schadet den Augen

Nächtliche Atemaussetzer können innerhalb weniger Jahre das Augenlicht gefährden.

Gürtelrose: Herz-Kreislauf-Risiko steigt

Die Viruserkrankung belastet den Kreislauf - gerade bei jüngeren Menschen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen