Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Getrennte Schulen für Mädchen und Jungen

Aktuelles

Zwei Schülerinnen

Kinder lernen in reinen Mädchen- oder Jungenschulen zwar nicht schlechter, aber auch nicht besser als in gemischten Schulen.
© mauritius images

Sa. 24. September 2011

Getrennter Unterricht schadet mehr als er nützt

Schüler, die in Schulen mit klarer Geschlechtertrennung unterrichtet werden, lernen nicht mehr als Schüler von gemischten Schulen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Psychologen, die im Fachblatt Science veröffentlicht wurde. Allerdings übernehmen sie eher geschlechtsspezifische Verhaltensweisen.

Der Sohn aufs Jungs-Gymnasium, die Tochter in die Mädchenschule – viele Eltern schicken ihre Kinder auf Schulen, die klar nach Geschlechtern getrennt sind. Sie sind überzeugt, dass ihr Kind unter gleichgeschlechtlichen Mitschülern besser vorankommt, mehr lernt. Unterstützt wird dies durch Nachrichten, dass die Gehirne von Mädchen und Jungen unterschiedlich seien und daher einen unterschiedlichen Lehrstil benötigen. Neurowissenschaftler hingegen konnten bisher nur wenige Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Gehirnen finden – vor allem keinen, der auf ein unterschiedliches Lernverhalten schließen lässt.

Anzeige

Die Wissenschaftler der Arizona State University und anderer Universitäten in den USA haben verschiedene Studien zum Thema Geschlechtertrennung in Schulen ausgewertet. Das Ergebnis: Schulen, in denen nach Geschlechtern getrennt unterrichtet wird, zeigen keinen Vorteil, was den Lernerfolg angeht. Kinder lernen in reinen Mädchen- oder Jungenschulen zwar nicht schlechter, aber eben auch nicht besser als in gemischten Schulen.

Stattdessen aber haben Schüler, die nach Geschlechtern getrennt unterrichtet werden, keine Möglichkeit, zu lernen, wie man mit dem anderen Geschlecht umgeht oder sich mit ihm auseinander setzt. In einem Versuch konnten die Wissenschaftler sogar zeigen, dass die Geschlechtertrennung zu einer Art Abneigung des anderen Geschlechts führen kann: In Vorschulklassen benutzen die Lehrer über zwei Wochen eine geschlechtsspezifische Sprache, ließen die Kinder sich nach Geschlechtern getrennt aufstellen und gaben vor, dass Mädchen und Jungen unterschiedliche Schwarze Bretter für ihre Mitteilungen nutzen sollten. Bereits in dieser kurzen Zeit fiel auf, dass sich die Kinder eher in geschlechtsspezifische Verhaltensweisen einfügten, also Mädchen eher mit Puppen, Jungs mehr mit Autos zu spielen begannen. Außerdem spielten die Kinder auffällig weniger mit Mitschülern des anderen Geschlechts.

Für einen Vorteil geschlechtergetrennten Unterrichts spricht nach Aussage der Forscher nichts - wohl aber für die Nachteile. Trennung nach äußeren Merkmalen sei nie gut – egal ob es um Geschlecht, Augen- oder Hautfarbe ginge. Wenn eine Trennung der Schüler aufgrund der Rasse oder des Einkommens der Eltern unvorstellbar erscheine, wieso sollte eine Trennung nach Geschlechtern sinnvoll sein?

KK


Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Cannabidiol als Antibiotikum entdeckt

Die Substanz, die aus Cannabis gewonnen wird, wirkt sogar gegen resistente Bakterien.

Angst vor Essen macht krank

Wer viele Nahrungsmittel meidet, hat ein höheres Risiko für diverse Krankheiten.

Mit Joghurt gegen Darmkrebs

Schon zwei Portionen pro Woche könnten das Risiko deutlich senken.

Postnatale Depression betrifft auch Männer

Nicht nur Frauen können nach der Geburt ihres Kindes in ein Stimmungstief fallen.

Blutdrucksenker gegen Alzheimer?

Der Wirkstoff Nilvadipin verbessert offenbar die Hirndurchblutung.

Hautkrebs-Diagnose durch Computer?

Künstliche Intelligenz schlägt Ärzte bei der Diagnose von Hautkrebs.

Teenager: Machen Videospiele dick?

Forscher sind zu einem überraschenden Ergebnis gekommen.

Tropische Zecken haben überwintert

Die Hyalomma-Zecke wurde in den vergangenen Tagen wieder in Deutschland gesichtet.

Wenig Obst und Gemüse macht krank

Falsche Ernährung könnte jährlich für Millionen Todesfälle verantwortlich sein.

DNA-Roboter bekämpfen Brustkrebs

Die Nanoroboter sind dazu in der Lage, Brustkrebszellen im Körper abzutöten.

Ist die menschliche Ausdauer begrenzt?

Eine Studie zeigt, warum Sportler nicht ständig neue Rekorde brechen können.

Alzheimer vorbeugen durch Zähneputzen

Offenbar besteht ein Zusammenhang zwischen Alzheimer und Zahnfleischerkrankungen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen