Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Hautherstellung wie am Fließband

Aktuelles

Künstliche Haut

Künstliche Haut aus der Fabrik.
© Fraunhofer

Di. 21. Juni 2011

Hautherstellung wie am Fließband

Haut herzustellen für die Transplantation bei Unfallopfern, aber auch zur Testung von Arzneimitteln – Fraunhofer-Institute haben dazu eine "Fabrik" entwickelt.

Über 5000 briefmarkengroße Stücke künstlicher Haut soll eine neue "Tissue-Fabrik" jeden Monat herstellen. Sie wurde von vier Fraunhofer-Instituten entwickelt. In einem mehrstufigen Prozess werden dazu Hautproben sterilisiert, per Roboter in die Anlage transportiert, zerkleinert, isoliert und zum Wachsen gebracht – nach drei Wochen ist die künstliche Haut fertig. Zum Vergleich: Bisher ist es Herstellern gelungen, höchstens 2000 Hautstücke von je einem Quadratzentimeter zu produzieren. Ein Herstellungsgang dauert dabei sechs Wochen.

Anzeige

"Uns ist es zum ersten Mal gelungen, eine durchgehende Prozesskette in einer einzigen Anlage zu realisieren – von der Zellextraktion über die Zellvermehrung bis hin zum dreidimensionalen Gewebeaufbau", sagt Professor Heike Walles vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart. Aber die Wissenschaftler wollen mit der Fabrik nicht nur Haut herstellen. Die Technologie soll in den kommenden zwei Jahren so weiterentwickelt werden, dass sich damit auch andere Gewebe wie zum Beispiel Knorpel automatisch fertigen lassen.

Ob sich die Hoffnungen der Medizin erfüllen, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Auch die Pharmaforschung und die Kosmetikindustrie dürften sich für die Entwicklung interessieren. Ihnen fehlen immer noch geeignete Modelle, um die Freisetzung, Resorption und Verträglichkeit von Salben, Cremes und Pflastern zu testen.

MP

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

10 Jahre jünger durch Kreuzworträtsel

Wer sich regelmäßig mit Rätseln beschäftigt, hält sein Gehirn fit.

Zusatzstoff E171 stört die Darmflora

Der Farbstoff steckt vor allem in Kaugummis, Zahnpasta oder Mayonnaise.

Babys Gehirn profitiert von Nüssen

Essen Mütter in der Schwangerschaft viele Nüsse, entwickelt sich das Gehirn ihrer Kinder besser.

Kaffee: Nicht mehr als 6 Tassen pro Tag

Bei mehr Tassen Kaffee steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zungenschrittmacher bessert den Blutzucker

Bei Schlafapnoe profitiert nicht nur der Schlaf, sondern auch der Stoffwechsel von diesem Implantat.

Blutzucker-Mittel lindert Fibromyalgie

Die Schmerzerkrankung könnte mit Problemen mit dem Zuckerstoffwechsel zusammenhängen.

Weniger Sex in britischen Betten

Eine britische Studie zeichnet ein trauriges Bild für das Liebesleben in Großbritannien.

Herzpatienten: Keine Angst vor dem Defi

Mit einer speziellen Schulung kommen Patienten besser mit ihrem implantierten Defibrillator zurecht.

Eltern unterschätzen das Übergewicht

Wiegen Kinder zu viel, nehmen viele Eltern und Ärzte das nicht wahr.

Warum Geruchstests Leben retten könnten

Ein nachlassender Geruchssinn deutet auf einen vorzeitigen Tod hin.

Hoher Ruhepuls ist ein Risiko

Mit jedem zusätzlichen Schlag pro Minute erhöht sich die Gefahr für einen vorzeitigen Tod.

Schlafstörungen und Stress ernst nehmen

Beides erhöht das Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen