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Schluckimpfung: Tropfen auf Zucker

Eine Schluckimpfung könnte zukünftig helfen, der in höherem Lebensalter weit verbreiteten Gefäßverkalkung vorzubeugen.
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Do. 06. Oktober 2011

Schluckimpfung gegen Arteriosklerose in Erprobung

Forscher versuchen, mit einer Impfung der Arteriosklerose, im Volksmund Gefäßverkalkung genannt, entgegenzuwirken. Denn die Verhärtung und Verengung der Blutgefäße wird laut neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen durch eine Immunreaktion ausgelöst. Erste Tierversuche verliefen erfolgreich.

Mittlerweile steht fest, dass die Arteriosklerose zu Beginn nicht etwa eine passive Verkleisterung der Gefäße mit Blutfetten oder eine mechanische Kalk-Ablagerung ist. Es handelt sich vielmehr im Anfangsstadium um eine Entzündung, also eine aktive Immunreaktion, mit der sich der Körper vor einer scheinbaren Gefahr zu schützen versucht.

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Alle bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, hohes Cholesterin, Bluthochdruck, Diabetes oder Infektionen haben eines gemeinsam: Sie stressen die Zellen der Gefäß-Innenwände. Dadurch locken sie T-Zellen des Immunsystems an, und es kommt zur Entzündung. Zwar erkennt das Immunsystem normalerweise, dass es überreagiert und beruhigt sich wieder, wenn der Gefäß-Stress aufhört. Bleibt er aber über Jahre oder gar Jahrzehnte bestehen, entwickelt sich die Krankheit weiter: Aus der chronischen Entzündung entsteht eine Arteriosklerose.

Als Auslöser der Entzündung haben Georg Wick, emeritierter Professor für Pathophysiologie und Immunologie am Biozentrum der Medizinischen Universität Innsbruck und seine Mitarbeiter sogenannte Hitzeschockproteine identifiziert. Diese sind einerseits nützlich, denn sie schützen Eiweiße im Zellinneren. Allerdings verfügen krankheitserregende Bakterien ebenfalls über ganz ähnliche Hitzeschockproteine. Das Immunsystem muss also zwischen körpereigenen fremden Hitzeschockproteinen unterscheiden, was bei älteren Menschen häufig nicht mehr so gut funktioniert.

Das EU-Forschungsprojekt TOLERAGE hat sich zum Ziel gesetzt, die Immunreaktion im Alter wieder zu normalisieren. Das Immunsystem soll lernen, die körpereigenen Hitzeschockproteine nicht mit einer Entzündung zu bekämpfen. Dies soll durch eine "Schluckimpfung" erreicht werden. Damit die Immunreaktion gegen bakterielles Hitzeschockprotein erhalten bleibt, verwenden die Forscher für den Impfstoff nur diejenigen Teile des Proteins, die die T-Zellen bei der Arteriosklerose-Entstehung anlocken. Erste Impfexperimente bei Mäusen verliefen erfolgreich. Nächster Schritt ist in eine klinische Studie beim Menschen.

RF/CEMIT

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