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Mann spielt Klarinette

Wer bei alternden Musikern an den tauben Beethoven denkt, liegt falsch. Musiker haben im Alter ein besseres Gehör als Nichtmusiker.
© olly - Fotolia

Di. 13. September 2011

Musizieren zögert den altersbedingten Hörverlust um 20 Jahre hinaus

Der altersbedingte Hörverlust ist bei älteren Musikern geringer als bei gleichaltrigen Nicht-Musikern. Das ist das Ergebnis einer kanadischen Studie des Baycrest’s Rotman Research Institute in Toronto, Kanada. Wer sich lebenslang mit Musik beschäftigt, hat demnach nicht nur in der Jugend ein besseres Hörvermögen, sondern erleidet zusätzlich auch keine so starke Abnahme des Hörvermögens im Alter.

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In der Studie wurden 74 Musiker im Alter von 18 bis 91 Jahren mit 89 Testpersonen verglichen, die keinerlei Instrumente spielten. Die Musiker hatten bis zum 16. Lebensjahr damit begonnen, ein Instrument zu erlernen und über mindestens sechs Jahre Musikstunden gehabt. Zudem hatten sie bis zum Zeitpunkt der Studie regelmäßig geübt oder gespielt.

Die Forscher interessierten sich besonders dafür, ob lebenslanges Spielen von Instrumenten die Ohren der Musiker vor dem altersbedingten Hörverlust schützt. Im Fokus stand dabei die Verarbeitung von Schallreizen im Gehirn, die für das Sprachverständnis ausschlaggebend ist. Gerade ältere Menschen klagen oft über Probleme, bei lauten Umgebungsgeräuschen Sprache zu verstehen.

Für die Studie nahmen die Teilnehmer an verschiedenen Hörtests teil: So wurden ihnen zunehmend leiser werdende Einzeltöne über einen Kopfhörer direkt ins Ohr gespielt. Außerdem mussten sie in einem eigentlich durchgehenden Geräuschepegel kleine Tonlücken erkennen und einschätzen, welches von zwei gleichzeitig gespielten Geräuschen lauter ist. Als letzter Test wurden den Studienteilnehmern gesprochene Sätze, die in ein Hintergrundgemurmel eingebettet waren, vorgespielt.

Beim "Einzeltontest" fanden die Forscher keinen Unterschied zwischen Musikern und Nicht-Musikern. Bei allen anderen Hörtests waren die Musiker den nicht musizierenden Testpersonen aber deutlich überlegen. Je weiter das Alter fortschritt, desto klarer die Überlegenheit: Noch mit 70 Jahren konnten die Musiker die Sprache aus dem Hintergrundgemurmel genauso gut heraushören wie die nicht-musizierenden 50-Jährigen. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass regelmäßiges Musizieren, den altersbedingten Hörverlust um 20 Jahre hinauszögern kann. Wahrscheinlich – so die Forscher – ist das ein Trainigseffekt: Musiker nutzen ihr Hörvermögen über Jahre hinweg auf hoher Ebene.

KK

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