Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Neue Strategie gegen Erdnuss-Allergie

Aktuelles

Erdnüsse

Erdnüsse gehören zu den Nahrungsmitteln, die am häufigsten Allergien auslösen.
© Andre Bonn - Fotolia

Do. 13. Oktober 2011

Erfolg im Kampf gegen Erdnuss-Allergie

Forschern der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago, USA, ist ein Durchbruch bei der Behandlung von Erdnuss-Allergien gelungen. Sie haben einen Weg gefunden, das Immunsystem der Allergiker davon zu überzeugen, dass die Erdnuss-Eiweiße keine Gefahr für den Körper darstellen.

Anzeige

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem vollkommen übertrieben auf eigentlich harmlose Stoffe aus der Umwelt – so etwa Pollen von Gräsern und Blüten oder auch Bestandteile von Nahrungsmitteln. Schon kleinste Mengen Erdnuss können bei allergischen Menschen zu lebensgefährlichen Situationen führen: einem sogenannten anaphylaktischen Schock. Dabei kommt es zu Atemnot, Blutdruckabfall bis hin zum Bewusstseinsverlust oder Tod. Jedes Jahr gehen etwa 100 bis 200 Todesfälle in den USA auf das Konto solcher allergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel. Bislang gibt es keine Möglichkeiten, die Allergiker vor diesen heftigen Reaktionen des Immunsystems zu schützen. Daher sind alle Nahrungsmittel, die auch nur Spuren von Erdnüssen enthalten, für Erdnuss-Allergiker tabu.

Den Forschern der Feinberg-Universität ist es nun gelungen, das Immunsystem von Mäusen mit Erdnussallergie auszutricksen. Dazu haben sie Teile der Erdnuss-Eiweiße an weiße Blutzellen gekoppelt. Diese haben sie dann den Mäusen gespritzt. Das Ergebnis: Schon nach einer zweimaligen Behandlung zeigten die Mäuse, die ja ursprünglich extrem stark auf Erdnüsse reagiert hatten, keinerlei allergische Reaktion mehr.

Da das Nahrungseiweiß bereits an die weißen Blutkörperchen gebunden war, empfanden es die anderen Zellen des Immunsystems nicht mehr als Bedrohung: Der Körper hat also durch diesen Trick gelernt, das Eiweiß wieder als das anzusehen, was es ist - als einen harmlosen Nahrungsbestandteil.

Die neue Methode kann nicht nur bei Erdnussallergien hilfreich sein, so die Forscher. Auch bei anderen Nahrungsmittelallergien könnte sie das Immunsystem umerziehen. Und nicht nur das: Im Tierversuch hat sich die Methode auch bei asthmatischen Mäusen als Erfolg versprechend erwiesen.

KK

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Heuschnupfen: jetzt noch vorbeugen

Mit einer sogenannten Hyposensibilisierung kann man im Winter starten.

Schadet Paracetamol dem Ungeborenen?

Das Schmerzmittel könnte die Sprachentwicklung bei Mädchen stören.

Diese Übungen stärken das Herz

Mit diesem Trainingsprogramm lässt sich einer Herzschwäche vorbeugen.

Mandel-OP: Ingwer lindert Schmerzen

Die Knolle beschleunigt zudem die Wundheilung, wie eine neue Studie zeigt.

Wiederholtes Impfen gegen schwere Grippe

Vor allem Senioren profitieren, wenn sie sich regelmäßig gegen Grippe impfen lassen.

Ballaststoffe: Mit Müsli gegen Arthritis?

Eine ballaststoffreiche Ernährung beugt offenbar Gelenkerkrankungen vor.

Angststörungen durch zu wenig Schlaf?

Schlafmangel und psychische Probleme stehen laut US-Forschern in Zusammenhang.

Erhöht Kuhmilch das Diabetes-Risiko?

Eine Studie hat untersucht, ob veränderte Babynahrung hier gegensteuern kann.

Jahresrückblick: Die Top 10 von aponet.de

Das sind die meistgelesenen Meldungen des Jahres 2017 auf aponet.de.

Antidepressivum: Welches hilft wem?

Ein Biomarker könnte vorhersagen, welches Antidepressivum bei einem Patienten wirksam ist.

Sport hilft bei Gedächtnisproblemen

Bewegung an zwei Tagen pro Woche stärkt die Denkfähigkeit und das Gedächtnis.

Calcium und Vitamin D: Knochenschutz?

Studien mit Nahrungsergänzungsmitteln kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen