Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Neues Pflaster schützt vor Borreliose

Aktuelles

Zecke

Beim Zeckenstich kann es zur Übertragung von Borreliose kommen. In Zukunft könnte die Infektion durch eine lokale Antibiotika-Behandlung allerdings schon im Keim erstickt werden.
© frogger - Fotolia

Sa. 17. September 2011

Lokale Antibiotika-Therapie stoppt Lyme-Borreliose

Blutsaugende Zecken sind nicht nur unangenehm, sondern können auch gefährliche Krankheiten übertragen. Die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose muss bislang noch mit einer mehrwöchigen Antibiotika-Therapie behandelt werden. Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) haben nun ein weit weniger belastendes Verfahren entwickelt.

Die Lyme-Borreliose ist eine gefährliche Infektionskrankheit. Sie wird durch Zecken übertragen, die Borrelia burgdorferi und verwandte Erreger während einer Blutmahlzeit aufnehmen und beim nächsten Stich an Mensch oder Tier weitergeben. Nach Schätzungen sind in Westeuropa ein Drittel bis zu einer Hälfte aller Zecken Träger von Borrelien.

Anzeige

Unbehandelt kann die zunächst nur mit milden Symptomen verlaufende Erkrankung unter anderem in der Haut, den Gelenken, dem Herz und dem Nervensystem schwere Schäden verursachen, wobei sie in diesem Stadium nur schwer zu therapieren ist. Ein Forscherteam um den Bakteriologen Professor Dr. Reinhard Straubinger konnte nun im Tierversuch zeigen, dass ein an der Einstichstelle angebrachtes, flüssiges Gel mit dem Antibiotikum Azithromycin die Infektion im Keim ersticken kann. Mittlerweile wird die lokale Antibiotika-Behandlung gegen Borrelien auch an infizierten Menschen in einer Studie getestet.

Derzeit aber müssen sich Borreliose-Patienten noch einer mehrwöchigen Antibiotika-Therapie unterziehen, die in vielen Fällen intravenös verabreicht wird – nicht nur für Kinder eine hohe Belastung. "Bei unserem Ansatz wird das Antibiotikum über ein transparentes, selbst klebendes Pflaster direkt auf die Stichstelle aufgebracht", sagt Straubinger. "Weil nur sehr wenig Antibiotikum enthalten ist, bleibt die Wirkung lokal begrenzt und auch Nebenwirkungen treten kaum auf."

LMU

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Empathie dämmt Krankheiten ein

Forscher haben untersucht, wie sich die Ausbreitung von Infekten stoppen lässt.

Tiefe Hirnstimulation lindert Depressionen

Die Therapie zeigt bei schweren, bislang nicht behandelbaren Depressionen gute Erfolge.

Teetrinken schützt vor geistigem Abbau

Wer täglich eine Tasse trinkt, senkt sein Risiko für Demenz deutlich.

Tumore erhöhen das Thrombose-Risiko

Forscher sind der Ursache für diese häufige Komplikation auf den Grund gegangen.

Lässt sich Diabetes rückgängig machen?

Eine Kombination aus drei Maßnahmen könnte das Fortschreiten der Zuckerkrankheit aufhalten.

Herzstillstand durch Schmerzmittel?

Diclofenac und Ibuprofen erhöhen das Risiko deutlich, wie eine neue Studie zeigt.

Kinder verlängern das Leben

Für ein Elternteil gilt das offenbar besonders, wie eine neue Studie zeigt.

Mobbing hat Folgen für die Gesundheit

Psychischer Stress im Kindesalter erhöht das Risiko für diverse Krankheiten.

Wie viel Sonne braucht der Körper?

Forscher haben ermittelt, wie viel Sonne nötig ist, um genug Vitamin D zu bilden, ohne dabei die Haut zu schädigen.

Trauer hat viele Gesichter

Welche Gefühle bei Hinterbliebenen dominieren, hängt von zwei Faktoren ab.

7 Rücken-Tipps für den Arbeitsalltag

Das Patentrezept lautet: mehr Bewegung. Wie das klappt, lesen Sie hier.

Frauen leiden häufiger unter Allergien

Die Ursache vermuten Forscher in Hormonen - den körpereigenen und denen aus Medikamenten.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen