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Auf Nikotin-Entzug sind Raucher weniger empfänglich für angsteinflößende Reize.
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Do. 14. Juli 2011

Raucher auf Entzug haben weniger Angst

Wenn Raucher einige Zeit die Finger von den Zigaretten lassen, haben sie ein verändertes Angstverhalten. Sie fürchten sich dann weniger und reagieren auch weniger intensiv auf Schockbilder.

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Wenn Raucher für 12 Stunden auf Zigaretten verzichten, wird die Aktivität in der sogenannten Amygdala, dem Furchtzentrum im Gehirn, deutlich verringert. Das ist das Ergebnis einer Studie von Kölner Forschern. Sie haben Rauchern und Nichtrauchern Bilder von ängstlichen Menschen gezeigt. Hatten die Raucher noch Zugriff auf Zigaretten, zeigten sich zunächst keine Unterschiede zu Nichtrauchern. Aber bereits nach wenigen Stunden Enthaltsamkeit lösten die Bilder bei den Rauchern kaum noch Emotionen aus.

Mittels einer Kernspin-Untersuchung konnten die Forscher zeigen, dass bei den Verzicht-übenden Rauchern die Aktivität in der sogenannten Amygdala, dem Furchtzentrum des Gehirns, herabgesetzt war. Die Experten vermuten, dass die Raucher das Nikotin sogar brauchen, um die Normalfunktion dieses Hirnareals aufrecht zu erhalten. Auf Nikotin-Entzug hingegen seien sie deutlich weniger empfänglich für angsteinflößende Reize.

Ob damit die in den USA und auch der EU geplanten "Schockbilder" von krebsbefallenen Lungen eine Wirkung auf Raucher haben werden, bezweifeln die Experten. Diese Bilder sollen auf Zigarettenpackungen aufgedruckt die Menschen vom Griff zum Glimmstängel abhalten. Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, werden solche Bilder wohl wenig schockieren. Bei Nichtraucher hingegen wird die Amygdala normal aktiviert – die Bilder auf den Zigarettenschachteln könnten also zumindest verhindern, dass Nichtraucher mit dem Rauchen beginnen.

KK

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