Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Risikoreiche Einweghandschuhe

Aktuelles

Gummihandschuhe auf der Leine

Mehrfach verwendbare Gummihandschuhe schützen die Haut beim Putzen erheblich besser als dünne Einmalhandschuhe.
© Stefan Körber - Fotolia

So. 21. August 2011

Einweghandschuhe: Beim Putzen eher Gefahr als Schutz

Reinigungskräfte nutzen häufig für ihren Beruf ungeeignete Einweghandschuhe. Das belegt eine wissenschaftliche Auswertung der Behandlungsdaten von mehr als 800 Mitarbeitern dieser Branche, die unter Hauterkrankungen leiden. Besonders der Gummi-Zusatz Thiuram und die in vielen Desinfektionsmitteln enthaltenen Chemikalien wie Formaldehyd, Glyoxal, Glutaraldehyd und Benzalkoniumchlorid sind Ursache für schwere Hautreizungen und -allergien der Reinigungskräfte.

Anzeige

Im Haushalt beliebt und in der Reinigungsbranche weit verbreitet sind Einmalhandschuhe aus Naturlatex, die sich an die Haut anschmiegen und sehr preiswert sind. Dieser Typ von Handschuhen ist jedoch für Reinigungsarbeiten völlig ungeeignet und kann schwere Hautreaktionen nach sich ziehen. Die in Reinigungsmitteln enthaltenen Chemikalien können die dünnen Einmalhandschuhe problemlos durchdringen und so die Haut schädigen. Eine aktuelle Studie der Klinik für Dermatologie des Dresdner Uniklinikums machte den Gummi-Zusatz Thiuram und die in vielen Desinfektionsmitteln enthaltene Chemikalien Formaldehyd, Glyoxal, Glutaraldehyd und Benzalkoniumchlorid als Hauptursachen für allergische Hautreizungen – sogenannte allergische Kontaktekzeme aus.

Der Hautkontakt zu Thiuramen ebenso wie zu Chemikalien in Desinfektionsmitteln ließe sich mit dem richtigen Schutzhandschuh leicht vermeiden: Für Reinigungskräfte, die auf den Gummi-Zusatz reagieren, gibt es eine Vielzahl von thiuramfreien Alternativen aus Nitril oder beispielsweise Handschuhe aus PVC, sogenannte Vinylhandschuhe. Wer mit aggressiven Reinigern oder Chemikalien arbeitet, sollte zudem auf für Chemikalien undurchlässige, dickere Mehrweg-Handschuhe zurückgreifen. Würden die Betroffenen ihre Hände nach den einschlägigen Arbeitsschutz-Regelungen schützen, blieben sie weitestgehend von diesen Hauterkrankungen verschont, sagen die Dresdner Wissenschaftler.

Auch bei Arbeiten im Haushalt sind medizinische Einweghandschuhe fehl am Platz. Ein Blick in die Auslage der Drogeriemärkte zeigt jedoch, dass neben den tatsächlich schützenden Handschuhen eine Vielzahl preiswerter aber nicht schützender Einmalhandschuhe verkauft werden.

Mit folgenden Maßnahmen kann man sowohl im Reinigungsgewerbe als auch im Haushalt einen wirksamen Schutz der Haut sicherstellen:

  • Nur dicke, wieder verwendbare Gummihandschuhe sorgen für einen adäquaten Schutz.
  • Die Schutzhandschuhe sollten mit Baumwolle beflockt oder mit Baumwollstrick ausgekleidet sein, damit die Haut nicht so leicht schwitzt und ein direkter Kontakt zum Gummi vermieden wird.
  • Der Handschuh sollte locker sitzen, um ein übermäßiges Schwitzen der Hand zu verhindern.
  • Wer besonders zu schwitzenden Händen neigt, sollte unter dem Schutzhandschuh dünne, in Apotheken erhältliche Baumwollhandschuhe tragen.
  • Bei längerem Arbeiten mit Schutzhandschuhen sind spätestens bei beginnender Durchfeuchtung die Innenhandschuhe durch saubere, trockene zu ersetzen. Die dünnen Innenhandschuhe lassen sich gut waschen und danach wieder nutzen.
  • Wenn – wie im medizinischen Bereich – dünne Einmal-Gummihandschuhe vorschriftsmäßig zum Einsatz kommen, sind nur noch Handschuhe ohne den allergieauslösenden Gummi-Zusatzstoff Thiuram zu verwenden.
  • Das Wasser zum Putzen und Abwaschen sollte lediglich Körpertemperatur haben, damit die Haut nicht zu sehr schwitzt.
  • Um die Haut im Handschuh möglichst gut zu schützen, empfehlt es sich, zwei unterschiedliche Cremes zu verwenden: Während der Arbeit Hautschutzcremes, nach dem Händewaschen und nach der Arbeit Pflegecremes. Welche Creme die richtige ist, kann mit dem Hautarzt oder dem Apotheker besprochen werden. Die Wahl hängt vom Hauttyp und der Art der Tätigkeit ab.
  • Wer empfindliche Haut hat, sollte sich nicht zu oft Hände waschen und dabei lauwarmes Wasser und milde Flüssigseifen verwenden.

RF/Uniklinik Dresden

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Wenig Kohlenhydrate bei hohem Cholesterin

Ein Verzicht auf Kohlenhydrate könnte sinnvoller sein, als fettreiche Lebensmittel wegzulassen.

Quarantäne schwächt das Immunsystem

Isolation hat auch eine Kehrseite: Sind wir einsam und gestresst, ist der Körper anfälliger für Infekte.

Knie-Arthrose bei diesen Jobs häufiger

Einige Berufe erhöhen das Risiko für einen Gelenkverschleiß deutlich.

Hüft-OP bessert auch Rückenschmerzen

Oft verschwinden auch Rückenprobleme, wenn Patienten ein künstliches Hüftgelenk bekommen.

Fieberkrampf nach Impfung ungefährlich

Eltern dürfen aufatmen: Fieberkrämpfe nach einer Impfung sind für das Kind nicht schädlich.

Wie lange können wir arbeiten?

Viele Berufstätige müssen damit rechnen, dass sie nicht bis 67 gesund arbeiten können.

Depression zu Beginn der Menopause

Eine neue Studie zeigt, dass dies keine Seltenheit ist. Einige Faktoren erhöhen das Risiko zusätzlich.

Morgenübelkeit nicht nur morgens

Übelkeit und Erbrechen zu Beginn einer Schwangerschaft treten zu jeder Tageszeit auf.

Brustimplantate können krank machen

Wenn die Implantate entfernt werden, gehen die Symptome in der Regel wieder zurück.

Alzheimer tritt bei Frauen häufiger auf

Grund dafür könnten hormonelle Umstellungen während der Wechseljahre sein.

Stilldemenz: Was steckt dahinter?

Forscher haben untersucht, warum viele Mütter in der ersten Zeit nach der Geburt vergesslich sind.

Wer sich ein Bett teilt, schläft besser

Paare, die im selben Bett schlafen, profitieren einer neuen Studie zufolge davon.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen