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Junge wirft Basketball.

Gerade beim Basketball ist es unter Sportlern verbreitet, sich mit kleinen Ritualen auf den Korbwurf vorzubereiten.
© Marzanna Syncerz - Fotolia

Fr. 23. September 2011

Rituale reduzieren Stress

Scheinbar sinnlose Rituale vor der eigentlichen Handlung fördern die Konzentration und reduzieren Stress. Das ist das Ergebnis von Untersuchungen israelischer Fortscher der Universität von Tel Aviv. Schon einfache Wiederholungen, vielmehr aber noch ritualisierte Abläufe verstärken demnach das Gefühl, der anstehenden Situation gewachsen zu sein.

Gerade bei Sportlern sind solche Rituale häufig. Vor einem Freiwurf beim Basketball prellen viele Spieler den Ball mehrmals auf den Boden, oft sogar immer gleich häufig. Tennisspieler lassen sich für den Aufschlag oft extrem viele Bälle geben, aus denen sie dann den Wunschball auswählen. Solche Rituale sind oft als Marotten der Sportler verschrien. Verfestigen sie sich zu sehr, können aus ihnen Zwänge entstehen.

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Verhaltensforscher unterteilen eine Handlung in drei Phasen: die vorbereitende Phase, die funktionelle Phase und die bestätigende Phase. Die funktionelle Phase ist dabei die Aktion, die tatsächlich dafür notwendig ist, eine Aufgabe zu erfüllen: etwa beim Basketball der Wurf des Balls in den Korb. Die erste, vorbereitende und die letzte Phase der Aktion, die Bestätigung, sind für die eigentliche Handlung oft unnötig – so scheint es zumindest. Tatsächlich aber fördern sie den Forschern zufolge den Stressabbau und die Überzeugung, die Aufgabe erfolgreich zu Ende zu bringen. Zeitgleich würde das Gefühl des Kontrollverlustes vermindert.

Die Forscher stützen ihre Behauptungen auf Tierversuche und Videobandanalysen von Menschen, die gewöhnliche Handlungen vollbringen mussten wie etwa ein T-Shirt anziehen, ein Auto abschließen oder Kaffee kochen. Das Ergebnis: Jeder Mensch hat solche Rituale – sei es am Beginn oder am Ende bestimmter Handlungen. Das Ritual hilft dann dabei die gesamte Konzentration auf die anstehende Aktion zu richten. Dabei sind die Rituale sehr individuell – wie ein Fingerabdruck, so die Forscher. Werden diese Rituale aber in den täglichen Verrichtungen übertrieben, können daraus Zwänge entstehen. In der Tat zeigen viele Zwangserkrankte extrem häufige Wiederholungen ritualisierter Abläufe, wie etwa wieder und wieder zu überprüfen, ob der Herd ausgeschaltet ist.

Laut den Forschern spielen bei Zwangserkrankten Wiederholungen von Teilen der bestätigenden Handlungsphase die größte Rolle, wogegen Sportler oft vorbereitende Rituale haben. Dies liegt daran, dass Menschen mit Zwangserkrankungen oft ein Gefühl der Unvollkommenheit verspüren und sich zwanghaft immer wieder versichern müssen, dass sie ihre Aufgabe beendet haben. Oft manifestieren sich Zwänge dann auch bei Handlungen, die keinen wirklichen Abschluss haben. Beim Korbwurf ist die Sache klar: Ist der Ball geworfen, ist die Tat vollbracht. Beim zwanghaften Händewaschen ist das nicht so einfach: Ein klar erkennbares Zeichen für "absolut sauber" oder gar "keimfrei" gibt es nicht.

KK

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