Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Schizophrenie eng mit Epilepsie verknüpft

Aktuelles

Mann und Frau im Gespräch

Menschen mit Epilepsie entwickeln fast acht Mal häufiger eine Schizophrenie als Nicht-Epileptiker. Für Schizophrenie-Patienten ist dagegen das Epilepsie-Risiko erhöht.
© mauritius images

Mo. 19. September 2011

Die Risiken für Schizophrenie und Epilepsie erhöhen sich gegenseitig

Patienten mit Epilepsie entwickeln fast acht Mal häufiger eine Schizophrenie als Nicht-Epileptiker. Und umgekehrt: Das Risiko für Schizophrenie-Patienten, auch an einer Epilepsie zu erkranken, ist gegenüber dem Durchschnitt um das Sechsfache erhöht. Dies konnten Forscher aus Taiwan erstmals zeigen.

Anzeige

Anhand von Versicherungsdaten des Landes identifizierten sie 5.195 Patienten mit Schizophrenie und 11.527 Patienten mit Epilepsie, die in den Jahren von 1999 bis 2008 diagnostiziert worden waren. Sie differenzierten sie nach Alter und Geschlecht und nach dem Risiko, an Epilepsie oder Schizophrenie zu erkranken. Die Ergebnisse zeigen, dass unter Schizophrenie-Patienten 6,99 Epilepsie-Neuerkrankungen pro 100.000 Menschen auftraten. Zum Vergleich: Bei Nicht-Schizophrenie-Patienten waren es 1,19.

In der Gruppe der Epileptiker kam es zu 3,53 Schizophrenie-Neuerkrankungen pro 100.000 Menschen. Auch hier zum Vergleich: Bei Nicht-Epileptikern waren es nur 0,46. Daneben stellten die Forscher fest, dass Männer mit Epilepsie häufiger an Schizophrenie erkrankten als Frauen mit dieser Erkrankung.

Als Grund für die enge Beziehung der beiden Erkrankungen nannte der leitende Autor der Studie, Professor Dr. I-Ching Chou, Gemeinsamkeiten in der Entstehung der beiden Krankheiten sowie eine genetische Ursache und Umweltfaktoren. Es seien nun weitere Untersuchungen bezüglicher der Mechanismen, die diesen Krankheiten zugrunde liegen, notwendig.

MP

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Neue Therapie für Restless Legs?

Die Behandlung des Restless Legs Syndroms könnte künftig zielgenauer und besser werden.

Blutfette auch bei Kindern kontrollieren

Zu hohe Cholesterinwerte sind bei Kindern und Jugendlichen keine Seltenheit mehr.

Frühstücken schützt vor Diabetes

Wer häufig das Frühstück auslässt, erkrankt eher an Typ-2-Diabetes.

Krankes Herz durch schlechte Zähne

Dieser Zusammenhang hat sich bereits in vielen Studien gezeigt.

Sind Impfungen schuld an Allergien?

Forscher haben diese verbreitete Annahme näher untersucht.

Mehr Tote durch resistente Bakterien

Auch in Deutschland sterben immer mehr Menschen an Antibiotika-resistenten Keimen.

Toxoplasmose ändert Hirnstoffwechsel

Das könnte zu Erkrankungen wie Depressionen oder Schizophrenie führen.

Tennisarm: Beste Therapie ist Geduld

Forscher haben 11 Behandlungsmöglichkeiten miteinander verglichen.

Inkontinenz: Für viele Frauen ein Tabu

Fast jede zweite Frau über 50 leidet darunter, die wenigsten suchen sich jedoch Hilfe.

Schnell wieder schwanger?

Das birgt Risiken, mahnen Ärzte und erklären, wie lange Frauen warten sollten.

Hirngröße beeinflusst das Krebsrisiko

Der Lebensstil spielt bei Hirntumoren offenbar nur eine untergeordnete Rolle.

Diabetiker profitieren von Pflanzenkost

Forscher haben die Vorteile einer pflanzlichen Ernährung untersucht.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen