Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Zu viel Alkohol

Aktuelles

Feiernde Jugendliche

Alkohol stört die Gedächtnisbildung, selbst wenn man nicht betäubt ist.
© Techniker Krankenkasse

Sa. 06. August 2011

Alkoholexzess: Wie es zum Filmriss kommt

Die Ursache von Gedächtnislücken bei massivem Alkoholkonsum, im Volksmund Filmriss genannt, haben US-amerikanische Forscher aufgeklärt: Die Blackouts entstehen nicht durch Absterben von Gehirnzellen, sondern durch die Störung bestimmter Bindungsstellen für Nervenbotenstoffe im Gehirn, der sogenannten NMDA-Rezeptoren.

Anzeige

Im Tierversuch ließ sich der Filmriss sogar durch Einnahme eines Medikaments verhindern. Dies berichten Forscher um Kazuhiro Tokuda von der Washington University School of Medicine in St. Louis im "Journal of Neuroscience". In Untersuchungen an Ratten fanden die Forscher den Mechanismus heraus: Große Mengen Alkohol stören die Funktion von NMDA-Rezeptoren – einige werden aktiviert, andere blockiert. Dies führt dazu, dass die Nervenzellen Substanzen freisetzen, die die Gedächtnisbildung unterdrücken.

Selbst bei hohen Alkoholdosen sei die Kommunikation der Zellen untereinander nicht gestört, sagt Charles Zorumski, Autor der Studie. "Du verarbeitest immer noch Informationen, du bist nicht betäubt oder ohnmächtig. Du bildest nur keine neuen Erinnerungen mehr."

Bei ihren Untersuchungen fanden die Forscher auch einen Weg, den Filmriss zu verhindern: Wenn sie den Ratten vor ihrem Vollrausch den Arzneistoff Finasterid, der normalerweise gegen Haarausfall und gutartige Prostatavergrößerung eingesetzt wird, verabreichten, wurde die Produktion der das Gedächtnis störenden Substanzen verhindert. Die Gedächtnisbildung blieb erhalten.

ch/PZ

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

So müssen wir uns im Jahr 2050 ernähren

Die Essgewohnheiten der Menschen müssen sich radikal ändern, sagen Forscher.

Bewegung schärft das Gedächtnis

Wer körperlich aktiv ist, erkrankt seltener an Demenz.

MRT auch mit Kupferspirale möglich

Eine MRT-Untersuchung hat bei Frauen, die mit Spirale verhüten, keine Nebenwirkungen.

Von Brustkrebs- zu harmlosen Fettzellen

Forscher haben Krebszellen ausgetrickst und in harmlose Fettzellen umgewandelt.

Neuer Ansatz stoppt Brustkrebs-Metastasen

Wissenschaftler haben Wirkstoffe gefunden, die eine Metastasenbildung bei Brustkrebs verhindern können.

Wenn das Gehirn Lust auf Dopamin hat

Was und wie viel wir essen, haben wir offenbar nur zum Teil unter Kontrolle.

Hormontherapie gegen Kniearthrose?

Östrogen könnte bei Frauen in den Wechseljahren Schäden am Knorpel hemmen.

Spermienqualität gefährdet Embryo

Die Qualität des Spermas könnte das Risiko für eine Fehlgeburt erhöhen.

Beim metabolischen Syndrom Vitamin C

US-Forscher sind davon überzeugt, dass sich dadurch die Stoffwechsellage bessert.

Mehr Haustiere gleich weniger Allergien

Kontakt zu Haustieren scheint das Allergierisiko bei Kindern zu senken - und zwar je mehr Tiere, desto besser.

Fitness: 12-Tage-Plan für das neue Jahr

Jeden Tag eine neue Übung: So kommen Sie nach den Feiertagen wieder in Form.

Radeln reduziert den Bauchumfang

Sport lässt Fettpolster am Bauch schmelzen, die das Risiko für viele Krankheiten erhöhen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen