Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Zufrieden ohne Zigarette

Aktuelles

Raucher vor Rauchverbots-Schild

Das Ende der Nikotinzufuhr beendet nicht die Sucht. Das Suchtgedächtnis bleibt.
© paul prescott - Fotolia

Mo. 21. November 2011

Zufrieden ohne Zigarette

Zur Raucherentwöhnung gehört mehr, als die Finger von den Zigaretten zu lassen. Für die gefühlte Entspannung benötigt man sinnvollen Ersatz, damit das Belohnungssystem beschäftigt bleibt.

Anders als beim Alkoholentzug stehen bei der Entwöhnung vom Nikotin medikamentöse Hilfen zur Verfügung. Vor allem Nikotinersatz-Präparate hätten sich bewährt, ihre Wirkung sei durch Studien belegt, sagte Dr. Arnold Wieczorek, Chefarzt am AHG Klinikum Daun, anlässlich des 34. Heidelberger Herbstkongresses, einer großen Fortbildungsveranstaltung der Apothekerkammer Baden-Württemberg. Der Wirkstoff Vareniclin sei aufgrund seines Nebenwirkungsprofils jedoch als Reservemedikament zu betrachten. Einem Impfstoff gegen das Rauchen, an dem geforscht werde, gibt er wenig Chancen: Das Nikotin sei schneller im Hirn, als der Organismus Antikörper dagegen bilden kann. Gerade einmal acht Sekunden benötigt es dafür.

Ob sich Nikotinpflaster oder -kaugummis für den jeweiligen Patienten besser eignen, kann ein Beratungsgespräch in der Apotheke klären. Als Richtschnur kann gelten, dass sich Pflaster durch die gleichmäßige Freigabe meist für regelmäßig Rauchende besser eignet. Wer vom gelegentlichen Griff zur Zigarette loskommen möchte, kann dies mit Nikotinkaugummis unterstützen.

Vom Rauchverzicht profitiert nicht nur der Raucher selbst. Jährlich versterben 260 Nichtraucher durch die Folgen des Passivrauchens an Lungenkrebs, 2.140 an koronarer Herzkrankheit, so Wieczorek. Rauchen Eltern in ihrer Wohnung, erhöhen sie das Risiko für einen plötzlichen Kindstod, an dem in Deutschland jährlich 60 Säuglinge sterben. "Wohlgemerkt: Es geht um Rauchen in der Wohnung, nicht im Kinderzimmer", unterstrich der Referent.

Wie bei anderen Abhängigkeiten gilt auch für Raucherentwöhnung: Das Ende der Nikotinzufuhr beendet nicht die Sucht. Das Suchtgedächtnis bleibt, und auch an der genetischen Disposition lässt sich wenig ändern. Das Belohnungssystem benötige Alternativen. Deshalb sei es wichtig, andere, suchtfreie Wege zur Entspannung oder im Umgang mit Stress oder Müdigkeit zu finden, sagte Wieczorek.

MP

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Welcher Abstand das Infektionsrisiko senkt

Eine neue Studie zeigt, wie effektiv welcher Abstand die Viren-Übertragung erschwert.

Erhöhtes Cholesterin häufig vererbt

Neue Daten zeigen erstmals, wie viele Menschen davon betroffen sind.

Zu viele leere Kalorien auf dem Teller

Wissenschaftler haben die Ernährung von Kindern und Jugendlichen unter die Lupe genommen.

Viele Schadstoffe in Sushi-Blättern

Der Gehalt an Jod, Cadmium und anderen Schadstoffen war in einigen Proben der Algenblätter sehr hoch.

E-Zigaretten fördern Zahnfleischprobleme

Bestimmte Bestandteile des Dampfs lösen offenbar im Mund eine Entzündungsreaktion aus.

Darmspiegelung: langanhaltend effektiv

Bei negativem Ergebnis sank das Darmkrebsrisiko für weit länger als die bisher angenommenen 10 Jahre.

Manche Menschen werden nicht dick

Einen Grund dafür, glauben Forscher, nun im Erbgut gefunden zu haben.

Klima hat kaum Einfluss auf Covid-19

Experten gehen davon aus, dass das Coronavirus auch im Sommer nicht verschwinden wird.

Wie gesund sind die über 30-Jährigen?

Bei 60 Prozent sind bereits Vorstufen einer Herzschwäche vorhanden, wie eine neue Studie zeigt.

Milchprodukte schützen vor Krankheiten

Besonders deutlich ist der positive Effekt bei Vollmilchprodukten, wie eine neue Studie zeigt.

Bluthochdruck durch Folsäure?

Hochdosierte Präparate können in der Schwangerschaft den Blutdruck erhöhen.

Kompressionsstrümpfe nach Operation?

Medikamente allein könnten einer Thrombose genauso gut vorbeugen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen