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Durchdrückpackung mit gelb-weißen Antibiotika-Kapseln

Antibiotika helfen nicht gegen Erkältungen, auch wenn das viele immer noch behaupten.
© DAK/Schläger

Di. 22. November 2011

Märchen um Antibiotika halten sich hartnäckig

Über ein Viertel aller Menschen hängt immer noch dem Irrglauben an, Antibiotika würden gegen klassische Erkältungen mit Husten und Schnupfen wirken. Das hat eine Umfrage in Großbritannien ergeben. Dass die meisten Erkältungen durch Viren verursacht werden, gegen die Antibiotika nichts ausrichten können, scheint bei vielen Verbrauchern noch nicht angekommen zu sein.

In der Umfrage wurden 1.800 Menschen in Großbritannien zu ihrem Umgang mit Antibiotika befragt. Über 500 der Befragten hatten im vergangenen Jahr Antibiotika verschrieben bekommen. Hochrechnungen zufolge bedeutet das, dass etwa jeder Dritte Brite einmal jährlich ein Antibiotikum verordnet bekommt. Erschreckend dabei: Über 11 Prozent der Befragten berichteten, sie hätten noch Tabletten aus der vorhergehenden Verschreibung übrig behalten und würden sie bei erneutem Auftreten der Symptome auch ohne Rücksprache mit dem Arzt erneut einnehmen.

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Viele Patienten meinen, wenn die Symptome nachlassen, können sie auch die Antibiotika absetzen. Wird die Behandlung aber abgekürzt, die Dosis verringert oder gelangt nicht genug Arzneimittel in den Körper, können Bakterien überleben und resistent werden. In den Industrienationen gehen bis zu 60 Prozent der im Krankenhaus übertragenen Infektionen auf das Konto antibiotikaresistenter Bakterien.

Allerdings sind auch die Ärzte nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung. Viel zu häufig verordnen sie Antibiotika, wo sie überhaupt nicht nutzen: Schätzungen zufolge werden etwa 60 Prozent der Antibiotika gegen Infektionen der oberen Atemwege verschrieben. Die Mehrheit dieser Infekte wird aber durch Viren verursacht, gegen die Antibiotika wirkungslos sind. Bereits 1997 fanden Forscher heraus, dass Halsschmerzen von erkälteten Patienten ohne Antibiotika durchschnittlich fünf Tage dauerten, mit Antibiotika vier Tage.

Das ändert jedoch nichts an der Verschreibungspraxis: Die meisten Antibiotika werden zu Jahresbeginn verordnet, so eine Analyse der Krankenversicherung DAK. Danach wurden im Januar 2009 mehr als vier Millionen Tagesdosen als Tabletten, Saft oder Infusion verschrieben und damit doppelt so viele wie im August 2008.

KK

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