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Tablette auf alter Hand.

Bei Senioren wirken Arzneimittel bisweilen anders als bei jüngeren Menschen.
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Fr. 25. November 2011

Alte Patienten: Notaufnahme wegen Medikamenten-Nebenwirkungen

In den USA werden jährlich fast 100.000 Patienten über 65 Jahren wegen Medikamenten-Nebenwirkungen ins Krankenhaus eingewiesen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Fachblatt New England Journal of Medicine erschienen ist. Hauptgrund für die Einweisungen waren versehentliche Überdosierungen von Medikamenten.

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In der Studie analysierten Forscher die Daten von 58 Krankenhäusern aus den Jahren 2007 bis 2009. Aus den 5.077 untersuchten Fällen rechneten die Forscher dann die Zahlen auf die Gesamtbevölkerung der USA hoch. So erwarten die Experten pro Jahr 99.628 Fällen, in denen ältere Menschen wegen unerwünschter Arzneimittelwirkungen in die Notfallaufnahme kommen. Erstaunlich dabei: Es sind nur wenige Medikamenten-Typen, die zwei Drittel aller Einweisungen verursachen. Besonders oft hatten die älteren Patienten Probleme mit Gerinnungshemmern, Insulin und Blutzucker senkenden Tabletten, den sogenannten oralen Antidiabetika. Diese Arzneimittel gelten eigentlich nicht als Risiko-Medikamente. Allerdings muss die Dosis dieser Wirkstoffe durch Bluttests immer wieder kontrolliert und angepasst werden. Oft scheint es hier in der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Patienten Probleme zu geben.

Nicht immer allerdings sind versehentliche Überdosierungen dafür verantwortlich, dass ältere Patienten mit Arzneimitteln Probleme haben. Auch wenn Patienten den Dosierungsanweisungen des Arztes folgen, können unerwünschte Neben- oder Wechselwirkungen auftreten. Medikamente können bei alten Menschen durchaus anders wirken als bei jungen. Denn bei älteren Menschen verändert sich der Stoffwechsel, die Leber entgiftet nicht mehr so effektiv und die Nierenausscheidung nimmt ab. Daher kann es zu einem unerwarteten Anstieg der Wirkstoffkonzentration im Körper und damit verbundenen Nebenwirkungen kommen.

Aus diesem Grund haben Wissenschaftler in Deutschland im sogenannten Priscus-Projekt eine Liste entworfen: Auf ihr sind Medikamente verzeichnet, die für ältere Menschen potentiell ungeeignet sind, etwa weil ihr Abbau oder ihre Ausscheidung im Alter eingeschränkt sein kann oder sie Nebenwirkungen haben, die für ältere Menschen besonders gefährlich sind. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

KK

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