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Frau sonnt sich im Sonnenstuhl.

Sonnenbaden entspannt, schadet auf die Dauer aber der Haut: Das Krebsrisiko steigt.
© mauritius images

Mi. 21. Dezember 2011

Erstes Medikament zur personalisierten Hautkrebstherapie zugelassen

Hoffnung für Hautkrebspatienten: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat einen neuartigen Wirkstoff zur Therapie des malignen Melanoms zugelassen. Das Besondere an dem Wirkstoff Vemurafenib: Über einen Gentest kann im Vorfeld geklärt werden, ob die Therapie Erfolg versprechend ist.

In den letzten Jahren sprechen immer mehr Untersuchungen dafür, dass nicht jeder Krebs gleich ist. Die Tumoren können bei unterschiedlichen Patienten durchaus verschieden sein. Das ist einer der Gründe dafür, warum ein Medikament bei dem einen Patienten anschlägt, bei einem anderen aber nicht. Weltweit arbeiten Krebsforscher daran, Medikamente zu entwickeln, die die individuellen Schwachstellen der Krebszellen ausnutzen und sie dadurch gezielt bekämpfen. Wissenschaftler nennen das "personalisierte Medizin".

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Mit Vemurafenib kommt nun das erste personalisierte Krebsmedikament gegen den Hautkrebs auf den Markt. Es hemmt ein bestimmtes Eiweiß, das das Wachstum und Überleben der Zellen beeinflusst. Bei etwa der Hälfte der Patienten mit malignem Melanom ist dieses Protein durch eine Mutation im Erbgut verändert, dadurch wird das Eiweiß verstärkt ausgeschüttet und das Wachstum der Krebszellen gefördert. Vemurafenib hemmt diese veränderte Variante des Eiweißes.

Unter der Therapie mit dem neuen Wirkstoff überlebten die Hautkrebspatienten um etwa drei Monate länger. Was sich nicht viel anhört, ist in der Krebstherapie ein riesiger Fortschritt, denn das maligne Melanom ist der aggressivste Hautkrebs überhaupt: Wenn sich bereits Tochtergeschwulste gebildet haben, überlebt nicht einmal jeder vierte der Patienten die ersten zwölf Monate nach der Diagnose.

Der neue Wirkstoff ist seit August bereits in den USA zugelassen. In Deutschland soll er Patienten gegeben werden, die ein nicht operierbares Melanom haben oder die bereits Tochtergeschwulste entwickelt haben. Vor dem Einsatz des neuen Medikaments wird über einen Gentest untersucht, ob bei den betreffenden Patienten auch tatsächlich das Erbgut verändert ist. Denn nur dann kann das Medikament seine Wirkung voll entfalten.

KK

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