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Vater mit seinem Sohn

Wie der Vater so der Sohn. Das scheint auch für bestimmte Herzkrankheiten zu gelten, die über das männliche Y-Chromosom vererbt werden.
© mauritius images

Fr. 10. Februar 2012

Herz: Krankheiten werden vererbt

Durchblutungsstörungen am Herzen, die sogenannte koronare Herzkrankheit – wird offensichtlich vom Vater auf den Sohn vererbt. Das haben Forscher der University of Leicester in Großbritannien herausgefunden. Demnach spiele das männliche Y-Chromosom eine große Rolle bei der Vererbung der Erkrankung, die oft zum Herzinfarkt führt.

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine Volkskrankheit. Sie bezeichnet eine krankhafte Verengung der so genannten Koronargefäße, die das Herz mit Blut versorgen. Dadurch kommt nicht mehr genug Sauerstoff am Herzmuskel an – im schlimmsten Fall verstopft das Gefäß komplett und ein Herzinfarkt entsteht. In Deutschland ist die KHK für 42 Prozent aller Todesfälle verantwortlich. Dabei ist das Risiko für Männer etwa doppelt so hoch wie für Frauen. Das hängt auch mit den weiblichen Geschlechtshormonen zusammen, die einen gewissen Schutz vor der KHK bieten.

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Einen weiteren möglichen Grund für diesen Geschlechtsunterschied haben die britischen Wissenschaftler nun näher untersucht. Sie analysierten das Erbgut von über 3.000 Männern, die an der British Heart Foundation Family Heart Study oder der West of Scotland Coronary Prevention Study teilgenommen hatten. Besonderes Augenmerk legten sie dabei auf das männliche Y-Chromosom.

Dabei stellten sie fest, dass 90 Prozent der Y-Chromosomen bei diesen Männern einer von zwei Gruppen zugeordnet werden können, der sogenannten Haplogruppe I oder der Haplogruppe R1b1b2. Männer mit einem Y-Chromosom der Haplogruppe I tragen ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko für die koronare Herzerkrankung – unabhängig von anderen Risikofaktoren wie erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck oder Rauchen. Da Väter das Y-Chromosom direkt an ihre Söhne weitergeben, übertragen sie damit auch direkt das Risiko für die KHK. In weiteren Untersuchungen wollen die Forscher nun klären, ob sie bestimmte Gene auf dem Y-Chromosom identifizieren können, die für das erhöhte Risiko verantwortlich sind.

KK

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