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Blutzuckermessung in der Apotheke

Eine regelmäßige Blutzuckerkontrolle ist für die Diabetes-Therapie unerlässlich. Wer damit Schwierigkeiten hat, findet Hilfe in der Apotheke.
© ABDA

Di. 28. Februar 2012

Diabetes mellitus: neuer Wirkstoff entdeckt

Wissenschaftler der University of Michigan in Ann Arbor haben einen neuen Wirkstoff entdeckt, der den Blutzuckerspiegel senkt, indem er die Insulinausschüttung erhöht. Das Besondere: Anders als die bisherigen Diabetes-Medikamente, die den Insulinspiegel erhöhen, führt der Wirkstoff mit dem Namen TAK-875 nicht so häufig zu den gefürchteten Unterzuckerungen wie etwa Sulfonylharnstoffe.

Die Substanz TAK-875 aktiviert den sogenannten Free Fatty Acid Receptor 1 (FFAR1), der auf den insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse sitzt. Sobald der Rezeptor aktiviert wird, schütten die Inselzellen mehr Insulin aus. Im Gegensatz zu den bisherigen Medikamenten, die die Insulinproduktion steigern, geschieht dies bei TAK-875 aber nur, wenn die Blutzuckerwerte erhöht sind.

Nachdem sich die Substanz in Tierversuchen als viel versprechend erwiesen hatte, behandelten die Wissenschaftler der University of Michigan nun 426 Patienten mit dem neuen Wirkstoff, deren Blutzuckerwerte sich unter Metformin und Diät nur unzureichend senken ließen. Dazu verabreichten sie den Betroffenen den Wirkstoff in verschiedenen Dosierungen zwischen 6,2 und 200 Milligramm am Tag.

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Bei allen Patienten sank der Langzeitblutzuckerwert HbA1C deutlich ab. Bei den Patienten, die den TAK-875 in einer Dosierung von 50 Milligramm am Tag bekamen, sank der HbA1C in 12 Wochen um durchschnittlich 1,12 Prozent ab – in einer Kontrollgruppe, die Sulfonylharnstoffe bekam, verringerte sich der HbA1C nur um 1,05 Prozent, bei Testpersonen, die nur ein Placebo bekamen, kam es mit 0,13 Prozent zu keiner wesentlichen Änderung des HbA1C. Was aber viel wichtiger war: Nur 2 Prozent der Testpersonen, die mit TAK-875 behandelt wurden, entwickelten eine Unterzuckerung, während bei den Patienten mit Sulfonylharnstoff-Therapie 19 Prozent unterzuckerten.

Noch seien weitere Studien notwendig, um die Auswirkungen der neuen Substanz etwa auf das Körpergewicht zu erfassen. Auch sind noch nicht alle Nebenwirkungen klar zu definieren, da die Substanz bisher nur für kurze Zeit und bei einer sehr kleinen Patientengruppe angewendet wurde. Bevor also TAK-875 den Weg in die Regale der Apotheken und damit die Therapie der Diabetiker weltweit findet, müssen noch einige Fragen geklärt werden.

KK

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