Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Was wurde eigentlich aus EHEC?

Aktuelles

Tomaten und Gurken

Frisches Gemüse wie Tomaten und Gurken stand lange Zeit in Verdacht, die EHEC-Erreger zu verbreiten.
© K.-U. Häßler - Fotolia

Fr. 13. Juli 2012

Was wurde eigentlich aus EHEC?

Von Mai bis Juli 2011 litten vor allem in Norddeutschland zahlreiche Menschen an blutigem Durchfall und Störungen der Nierenfunktion. Auslöser waren bestimmte Bakterien, die als EHEC bezeichnet werden. Der Ausbruch ist zwar vorüber, doch die gefährlichen Krankheitserreger sind nicht ausgerottet.

Anzeige

Die Abkürzung EHEC steht für enterohämorrhagische Escherichia coli. Mitte 2011 trat ein besonders aggressiver EHEC-Typ auf (O104:H4). Escherichia coli sind normale Darmbakterien bei Mensch und Tier. EHEC scheiden jedoch Giftstoffe aus, das sogenannte Shigatoxin oder Verotoxin, und können deshalb lebensgefährliche Krankheiten auslösen.

Normalerweise sind eher Säuglinge, Kleinkinder sowie ältere und abwehrgeschwächte Menschen betroffen. Bei diesen Risikogruppen kann im Verlauf der Infektion auch eine lebensbedrohliche Komplikation eintreten: das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Es ist gekennzeichnet durch eine Zerstörung der roten Blutkörperchen, Blutgerinnungsstörungen und akutes Nierenversagen. Im Verlauf des EHEC-Ausbruchs 2011 erkrankten jedoch überwiegend junge Erwachsene und Menschen mittleren Alters schwer. Zudem traten innerhalb weniger Wochen mehr Fälle auf als sonst in einem ganzen Jahr.

Die fieberhafte Suche nach der Infektionsquelle blieb zunächst ohne Erfolg. Gurken, Salat und Tomaten aus dem In- und Ausland gerieten unter Verdacht, unter anderem aus Spanien. Als Ursache wurden schließlich Bockshornklee-Samen aus Ägypten ausfindig gemacht.

Als das Robert Koch-Institut den Ausbruch am 26. Juli 2011 für beendet erklärte, gingen 855 HUS-Erkrankungen und 2987 schwere Darmentzündungen auf das Konto dieses besonders aggressiven EHEC-Serotyps. Und insgesamt 53 Patienten starben.

Nachdem die verunreinigten Sprossen und der Samen nicht mehr verkauft wurden, ging die Zahl der Erkrankungsfälle zurück. Schließlich war der EHEC-Ausbruch beendet. Die Behörden beobachten trotzdem weiterhin, ob dieser spezielle EHEC-Serotyp erneut ein geschleppt wird.

HTR

Serie "vergessene" Infektionskrankheiten

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie. aponet.de beleuchtet Infektionskrankheiten, die einst Schlagzeilen machten, aber aus dem Auge der Öffentlichkeit verschwunden sind. Hier die Themen der anderen Folgen:

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Thema der Woche: Darmspiegelung

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu der Untersuchung im Überblick.

Schlafmangel erhöht Unfallrisiko deutlich

Das Risiko ist vergleichbar mit Fahren unter Alkoholeinfluss.

Fieber bei Kinden richtig behandeln

Nicht immer ist es nötig, das Fieber sofort mit Medikamenten zu senken.

Das hilft gegen Halsschmerzen

Einige Heilpflanzen und Hausmittel lindern Schmerzen und Kratzen im Hals.

Alkohol sorgt für Vorhofflimmern

Jeder Drink erhöht das Risiko für Herzrhythmusstörungen spürbar.

Krätze: Checkliste für Sofortmaßnahmen

Hautärzte haben die wichtigsten Verhaltensregeln kurz und verständlich zusammengefasst.

Thema der Woche: Weihnachtsbäckerei

Mit diesen 6 Tipps gelingt das Backen und Kochen ohne Unfälle und Blessuren.

Wann ein Haustier glücklich macht

Ob Hund, Katze oder Pferd: Haustiere tragen zum Wohlbefinden bei - unter gewissen Voraussetzungen.

Erhöht Weißwein das Hautkrebs-Risiko?

Drei große Studien weisen auf diesen Zusammenhang hin.

Die richtige Pflege für gesunde Haare

Für jeden Haartyp gibt es unterschiedliche Empfehlungen.

3 Risikofaktoren für Herzschwäche

Wer diese vermeidet, senkt die Gefahr für spätere Herzleiden um 85 Prozent.

Blutdrucksenker nicht einfach absetzen

Werden sie nicht regelmäßig wie verordnet genommen, schadet das der Gesundheit des Patienten.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen