Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert So lindert Ketamin Depressionen

Aktuelles

Depressiver Mann sitzt auf einem Bordstein

Besonders für chronisch depressive Menschen, die auf keine herkömmliche Behandlung ansprechen, ist die Therapie mit Ketamin ein Lichtblick.
© Paolese - Fotolia

Fr. 05. Oktober 2012

Narkosemittel: Wie Ketamin Depressionen lindert

Schon eine geringe Menge an Ketamin, einem Stoff, der eigentlich als Narkosemittel eingesetzt wird, kann bei chronischen Depressionen helfen. Und das, im Gegensatz zu anderen Medikamenten, sogar sehr schnell. Warum das so ist, war bisher unklar. Jetzt haben US-Forscher enträtselt, wie Ketamin Depressionen in Schach hält.

Anzeige

Das Narkosemittel regeneriert Schaltstellen der Nervenbahnen zwischen den Gehirnzellen, die sogenannten Synapsen, die durch Stress und Depressionen geschädigt wurden. Dabei wirkt Ketamin auf andere Botenstoffe des Nervensystems als die gängigen Antidepressiva. Über eine Reihe von Schritte löse es die Freisetzung des Nervenbotenstoffs Glutamat aus, welcher seinerseits das Wachstum von Synapsen fördere, schreiben die Forscher in einer Studienübersicht, die in der Wissenschaftszeitschrift Science veröffentlicht wurde. Schon eine einzelne Dosis an Ketamin könne auf diese Weise Synapsen, die durch anhaltenden Stress geschädigt wurden, schnell reparieren.

Ein Lichtblick ist dies besonders für chronisch depressive Menschen, die auf keine herkömmliche Behandlung ansprechen. Gängige Mittel gegen Depressionen, so die Forscher, bräuchten zum Teil Monate, bis sie ihre Wirkung entfalten. Bei einem von drei Patienten wirken sie gar nicht. Durch das Wissen, wie Ketamin im Gehirn wirkt, könnten ganz neue Antidepressiva entwickelt werden, stellen die Forscher in Aussicht. Die Kenntnisse seien zudem wichtig, um zu verstehen, warum das Medikament nur recht kurz wirkt. Zwar verbessern sich die Krankheitssymptome innerhalb von Stunden nach der Einnahme, doch dauern die positiven Effekte nur eine Woche bis zehn Tage an. In höhere Mengen kann Ketamin, das auch als Partydroge missbraucht wird, zudem zu psychoseartigen Symptomen führen.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Thema der Woche: Strahlend weiße Zähne

Was eine professionelle Zahnreinigung bringt und wie sie abläuft, erfahren Sie hier.

Osteoporose: Das stärkt die Knochen

Ein Apotheker erklärt, wie sich Knochenschwund vorbeugen lässt.

Regelmäßiger Test auf Chlamydien & Co?

Viele sexuell übertragbare Krankheiten verlaufen vor allem bei Männern ohne Symptome.

Wie man einem Handekzem vorbeugt

Wasser und Reinigungsmittel können die Haut auf Dauer strapazieren.

Schilddrüse nicht immer behandeln

Bei Senioren bedeutet eine Unterfunktion nicht automatisch eine Therapie mit Hormonen.

Thema der Woche: Wunden versorgen

Wie man typische Verletzungen zu Hause und auf Reisen richtig versorgt.

Herzrhythmusstörung: Ist Sport erlaubt?

Ein Kardiologe erklärt, wann körperliche Aktivität erlaubt ist.

Kind: Mit anhaltendem Husten zum Arzt

Hustet ein Kind länger als vier Wochen, steckt häufig eine bakterielle Infektion dahinter.

Was tun bei niedrigem Blutdruck?

Niedriger Blutdruck ist nicht gefährlich, kann aber unangenehme Symptome verursachen.

Darmkrebs: Neun Tests im Vergleich

Forscher haben die Ergebnisse neuer Tests auf Blut im Stuhl untersucht.

Thema der Woche: Die richtige Hautpflege

Lesen Sie hier, welche Pflege trockene, fettige und Mischhaut benötigen.

Auge: Bei diesen Symptomen zum Arzt

Bei diesen 8 Warnzeichen sollten Sie den Arztbesuch nicht hinauszögern.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen