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Lächelnde Frau im Rollstuhl im Freien, neben ihr eine junge Ärztin

Patienten mit Multipler Sklerose könnten von einem Wirkstoff profitieren, der die Häufigkeit von Krankheitsschüben reduziert.
© MAST - Fotolia

Do. 04. April 2013

Neues altes Medikament gegen Multiple Sklerose

Auf der Suche nach neuen Mitteln gegen die entzündliche Nervenerkrankung Multiple Sklerose (MS) haben Forscher einen erfolgversprechenden Kandidaten getestet. Dabei handelt es sich um Daclizumab – ein Wirkstoff, der für ein anderes Anwendungsgebiet schon einmal auf dem Markt war. Das berichten sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins "The Lancet".

In einer Studie konnten die Forscher zeigen, dass MS-Patienten, die mit Daclizumab behandelt wurden, nur halb so oft Schübe der Krankheit erfuhren wie Patienten, die zum Vergleich ein Scheinmedikament verabreicht bekommen hatten. Wenn es zu einem Schub kam, war zudem das Risiko für bleibende Schäden um rund die Hälfte kleiner. Daneben hatte das Medikament einen vorbeugenden Effekt: Die Anzahl neuer Entzündungsherde in Hirn und Rückenmark sank durch die Daclizumab-Therapie um etwa 40 Prozent.

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Unter der Leitung von Neurologen der Ruhr-Universität Bochum hatten die Forscher über 600 Patienten mit schubförmiger MS in 76 Zentren in ganz Europa und Indien behandelt. Der Wirkstoff wurde dabei über ein Jahr hinweg alle vier Wochen unter die Haut gespritzt. Unerwünschte Nebenwirkungen waren selten und betrafen hauptsächlich die Leberfunktion und Hautentzündungen. Daclizumab könnte daher einer der dringend benötigten neuen Wirkstoffe zur Behandlung der Multiplen Sklerose werden, so die Forscher.

Bei MS greift das körpereigene Immunsystem die Isolierschicht der Nervenzellen an und zerstört sie. Daclizumab ist ein Wirkstoff, der auf das Immunsystem wirkt: Er blockiert einen entzündungsfördernden Botenstoff, von dem man annimmt, dass er bei der Multiplen Sklerose eine bedeutende Rolle spielt. Vor einigen Jahren war das Mittel bereits einmal im Handel – damals um Abstoßungsreaktionen nach Nierentransplantationen vorzubeugen. Der Hersteller hat es 2008 allerdings vom Markt genommen, aus wirtschaftlichen Gründen wie er betonte. Sicherheitsbedenken habe es keine gegeben.

RUB/FH

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