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Älterer Mann stützt sein Kinn auf die Hände und sieht kritisch in die Kamera

Für Diabetiker hat der neue Wirkstoff Dapagliflozin Vorteile. So sah es zumindest der Arzneimittelkritiker Professor Dr. Hartmut Morck auf einer Apothekertagung.
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Mo. 03. Juni 2013

Streit um neues Diabetes-Mittel

Im Dezember 2012 wurde ein völlig neues Diabetes-Medikament auf den Markt gebracht. Trotz erfolgreicher Studien urteilte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit kurz darauf: kein Vorteil gegenüber bestehenden – und preiswerteren – Medikamenten. Der Arzneimittelkritiker Professor Dr. Hartmut Morck widersprach jetzt vehement bei einer Apothekertagung.

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Der Wirkstoff heißt Dapagliflozin und wirkt völlig neu. Es sorgt dafür, dass die Niere weniger Zucker in den Blutkreislauf zurückschickt. Dadurch scheidet der Diabetiker überflüssigen Zucker einfach mit dem Urin aus. Günstiger Zusatzeffekt: Er nimmt etwa 3 bis 4 Kilogramm ab. Weil der Wirkstoff nicht zur Insulinproduktion anregt, sind bei alleiniger Therapie auch keine Unterzuckerungen zu befürchten. Ein enormer Vorteil zu anderen Therapien oder Insulin. Als Nebenwirkungen zeigen sich vor allem Harnwegs- und Genitalinfektionen, die auf süßerem Milieu bekanntermaßen gut gedeihen. Die europäische Arzneimittelbehörde erteilte eine umfassende Zulassung: Das Medikament darf als alleinige Therapie Verwendung finden. Üblicherweise urteilen die Arznei-Zulassungsämter da vorsichtiger und erlauben zunächst erstmal nur Kombinationen mit dem neuen Mittel.

Im Vergleich zu Patienten, die mit dem Wirkstoff Metformin behandelt werden, senkt das neue Medikament den Blutzuckerspiegel etwa gleich gut. Das ist der Grund für das nachgeordnete Institut, das Medikament nicht als Kassenleistung zu empfehlen, weil es nicht stärker wirkt als das preiswerte lang gewohnte Mittel. Morck zeigte sich darüber sehr verärgert – angesichts vieler anderer Aspekte der neuen Substanz.

JPL

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