Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Allergie: Fisch ist nicht gleich Fisch

Aktuelles

Junge Asiatin hält Sushiröllchen mit Ess-Stäbchen hoch.

Genauere Tests könnten Fischallergikern helfen, eine verträgliche Fischsorte zu finden.
© eyetronic - Fotolia

Do. 12. Dezember 2013

Allergie: Fisch ist nicht gleich Fisch

Menschen mit einer Fischallergie müssen Fischgerichte vielleicht doch nicht komplett vom Speiseplan streichen. Denn: Fisch ist nicht gleich Fisch, wie ein Team deutscher Forscher jetzt nachweisen konnte. Mit spezifischeren Tests ließe sich demnach testen, auf welche Fischarten genau sich eine Allergie bezieht.

Anzeige

Das häufigste Allergen in Fischen und Krebsen sei das Parvalbumin, ein calciumbindender Eiweißstoff, erläutern die Wissenschaftler. Allerdings stünden auch andere Stoffe im Verdacht, Allergien auszulösen, zum Beispiel eine Gruppe von Proteinen aus dem Zellstoffwechsel namens Aldehyd-Dehydrogenasen. Einige dieser Eiweiße könnten im Schatten des häufigen Parvalbumins übersehen und daher bisher unterschätzt worden sein, so die Forscher, die in ihrer Arbeit den artspezifischen Allergenen auf der Spur waren. Wer auf Viktoriabarsch allergisch reagiert, muss also nicht zwingend auch gegen Kabeljau allergisch sein, so ihr Fazit.

Dies zeigte das Beispiel eines Studienteilnehmers, einem 24-jährigen Koch aus Leipzig, anschaulich. Dieser hatte eine Allergie auf Nilbarsch entwickelt, nachdem er mit dem rohen Fleisch dieses Fisches in Berührung gekommen war und vorher Lachs gegessen hatte. Solche Kreuzallergien seien bekannt, so die Forscher. Außergewöhnlich sei jedoch gewesen, dass der Patient andere Fischarten vertrug. In den Tests zeigten sich Anzeichen von Allergien auf Nilbarsch und Lachs, aber nicht auf Kabeljau, wie die Forscher berichten.

"Die momentan eingesetzten Tests sind sehr unspezifisch", sagt Dr. Janina Tomm vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Wenn es gelingen würde, genauere Tests massentauglich zu machen und in der Allergiediagnostik einzusetzen, könnte ein Teil der Fischallergiker hoffen, in Zukunft vielleicht doch noch eine verträgliche Fischsorte zu finden, so Tomm. Die Ergebnisse der Wissenschaftler wurden im Fachblatt Journal of Investigational Allergology and Clinical Immunology veröffentlicht.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Tipps für Reisen mit Hörgerät

Wasser, Sand, Sonnenmilch: Worauf es im Urlaub ankommt, lesen Hörgeräte-Träger hier.

Stress am Tag, Fast Food am Abend?

Forscher haben herausgefunden, was vor stressbedingten Ess-Attacken schützt.

Thema der Woche: Metabolisches Syndrom

Warum das Syndrom so gefährlich ist und woran man es erkennt, erfahren Sie hier.

Händchenhalten lässt Schmerzen schwinden

Die Berührung eines Partners hat offenbar einen schmerzlindernden Effekt.

Brustkrebs kann auch Männer treffen

Welche Risikofaktoren und Symptome es gibt, lesen Sie hier.

Apotheke unterstützt bei Pflege Angehöriger

Apotheken vor Ort sind mit Pflegediensten vernetzt und bieten viele Hilfsmittel an.

Herz-Tabletten wirken bei Frauen anders

Experten fordern daher eine unterschiedliche Therapie für Männer und Frauen.

Thema der Woche: Insektenstiche

Mit diesen 10 Tipps schützen Sie sich vor Wespen und Bienen.

Nahrungsergänzung online bestellen?

Viele Mittel sind unnötig oder gar riskant, warnen Verbraucherschützer.

Leichter abnehmen mit vegetarischer Kost

Abnehmen scheint mit vegetarisch doppelt so gut zu funktionieren.

Cannabis im März 500-mal abgegeben

Erste Bilanz von Apothekern: Das Cannabis-Gesetz zeigt im Versorgungsalltag Wirkung.

Wie viel Alkohol verfliegt beim Kochen?

Die Menge des "Restalkohols" hängt davon ab, wie und wie lange das Gericht gekocht wird.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen