Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Kinder-Medikamente schwer zu dosieren

Aktuelles

Junge, ca. 6 Jahre alt, bekommt mit einem Löffel aus einer Medizinflasche ein Medikament

Ein Teelöffel ist zwar gut zum Umrühren von Tee, aber Medikamente dosiert man damit besser nicht.
© somenski - Fotolia

Mi. 05. Februar 2014

Medikamente für Kinder werden häufig falsch dosiert

Falsche Dosierungen sind der häufigste Fehler bei der medikamentösen Behandlung von Kindern. "Fälschlicherweise wird oft angenommen, dass nur Überdosierungen gefährlich wären. Aber auch Unterdosierungen können schwerwiegende Folgen haben, etwa wenn eine Erkrankung nicht ausreichend handelt wird oder sich bei Antibiotika Resistenzen bilden." Das sagte Prof. Dr. Petra Högger aus Würzburg einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer.

Anzeige

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Deshalb reicht es oft nicht aus, die Dosierung für Erwachsene als Basis zu nehmen und die entsprechende Dosis für Kinder nur anhand des Körpergewichts zu verringern. Hinzu kommt, dass Kinder in der Entwicklung vom Neugeborenen über das Kleinkind bis zum Kind unterschiedlich hohe Dosierungen bezogen auf das Gewicht oder die Körperoberfläche brauchen. Die Umrechnung auf eine altersgerechte Dosierung hängt auch vom Lebensalter des Kindes ab: Bei einigen Wirkstoffen wie Theophyllin gegen Atembeschwerden oder Digoxin gegen Herzerkrankungen brauchen Kinder in einigen Altersstufen sogar höhere Dosierungen in Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht als Erwachsene. Bei anderen Arzneistoffen wie dem Beruhigungsmittel Diazepam brauchen Kleinkinder, jeweils bezogen auf das individuelle Gewicht, hingegen viel geringere Dosierungen als größere Kinder oder Erwachsene.

Die Eltern sollten immer in die Medikamentengabe einbezogen werden. So sollten Arzneisäfte nicht mit einem Haushaltslöffel abgemessen werden, da dies zu ungenau ist. Eine mündliche Beratung allein reiche oft nicht aus, um Eltern die korrekte Anwendung von Medikamenten zu erläutern. "Am genauesten können Eltern einen Arzneisaft dosieren, wenn sie zusätzlich zu einer ausführlichen Beratung vom Apotheker Hilfsmittel erhalten und diese auch erklärt bekommen", sagte Högger. Der Apotheker könne zum Bespiel das korrekte Abmessen mit der Einwegspritze demonstrieren.

ABDA

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Depression: Zu viel Schlaf ist schädlich

Viel Schlaf und langes Liegen im Bett kann die Symptome verschlechtern.

Starke Kopfschmerzen sind ein Warnzeichen

Extreme Kopfschmerzen können auf ein lebensgefährliches Aneurysma hindeuten.

Gesundheits-Apps auf Rezept

In Deutschland gibt es künftig Gesundheits-Apps, die kostenfrei auf Kassenrezept verfügbar sind.

Verstopfung in der Schwangerschaft

Etwa jede zweite Frau leidet während und kurz nach der Schwangerschaft unter Verstopfungen.

Vitamin D und Kalzium helfen bei Schwindel

Wiederkehrende Schwindelattacken könnten damit verhindert werden, zeigt eine neue Studie.

Fisch kann Listerien enthalten

Einige Menschen müssen bei geräuchertem oder rohem Fisch aufpassen.

Wann ist Unordnung nicht mehr normal?

Eine Psychologin erklärt, was es mit dem Messie-Syndrom auf sich hat und welche Warnzeichen es gibt.

Physiotherapie bessert Ischiasbeschwerden

Fängt die Therapie so früh wie möglich an, zeigt sie oft gute Ergebnisse.

Ab 40 zur Glaukom-Früherkennung

Auf diese Weise kann die Augenkrankheit frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Kaffee besser erst nach dem Frühstück

Für den Stoffwechsel könnte es besser sein, erst nach dem Frühstück Kaffee zu trinken.

Leberschäden machen zunächst nur müde

Leistungsschwäche ist oft das einzige Anzeichen für eine beginnende Leberschädigung.

Fit für den Herbst: Das stärkt die Abwehr

Ein starkes Immunsystem kann Viren und andere Krankheitserreger abwehren.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen