Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Medikamente nur für akuten Tinnitus

Aktuelles

von rechts: Dr. Kurt Anschütz, Dianne Reeves (Jazzsängerin und Botschafterin des diesjährigen Tinnituskongresses), Professor Dr. med. Birgit Mazurek und Jutta Petersen-Lehmann

Tinnitus-Experten im Gespräch mit der aponet.de-Chefredakteurin (von rechts): Dr. Kurt Anschütz, Dianne Reeves (Jazzsängerin und Botschafterin des diesjährigen Tinnituskongresses), Professor Dr. med. Birgit Mazurek und Jutta Petersen-Lehmann
© DTSC

Do. 22. Mai 2014

Medikamente nur für akuten Tinnitus

Bei chronischem Tinnitus helfen keine Pillen. Nur bei akutem Tinnitus kann eine Therapie mit durchblutungsfördernden Medikamenten plus Kortison sinnvoll sein. Aber auch da ist Vorsicht angebracht, sagte Professor Dr. med. Birgit Mazurek, Direktorin des Tinnituszentrums an der Berliner Charité, auf einer Pressekonferenz anlässlich des diesjährigen internationalen Tinnitus Seminars in Berlin.

Anzeige

Chronischer Tinnitus wird nach heutigen Erkenntnissen am besten mit einem mehrteiligen Trainingsprogramm behandelt – medizinisch Retraining genannt. Das bedeutet so viel wie zurück zum alten Hören. Trainiert wird das Hören, das Weghören und Vergessen des Tinnitus und das Hinhören auf andere Geräusche. Unter Umständen geschieht das mittels kleiner Geräte im Ohr. Bei einer Hörminderung kommen Hörgeräte zusätzlich zum Einsatz. Und zum Retraining gehören Entspannungsmethoden, weil Tinnitus häufig durch Stress verursacht wurde.

Akuter Tinnitus kann mit durchblutungsfördernden Mitteln plus Kortison behandelt werden. Allerdings kann auch Kortison den Körper stressen, meinte Mazurek. Insofern mahnte sie zur Vorsicht damit. Als akut bezeichnet man den Tinnitus, wenn die Ohrgeräusche weniger als drei Monate bestehen. Was Medikamente anginge, so könne sie sich durchaus Wirkstoffe mit Angriff an speziellen Rezeptoren für die Zukunft vorstellen, allerdings braucht man gerade bei Tinnitus wegen seines komplexen Geschehens große Studien mit vielen Patienten für den Wirksamkeitsnachweis.

Eines der wesentlichen Anliegen der Tinnnitusexperten ist die Grundlagenforschung und die Prävention, so der Geschäftsführer der Deutschen Tinnitus-Stiftung an der Charité, Dr. Kurt Anschütz. Denn was im Detail den Tinnitus auslöst und wie man folgerichtig behandelt und vorbeugt, muss noch weiter geklärt werden. So wird zwar Lärm immer als Verursacher beschuldigt, aber nicht immer ist es die Lautstärke selbst, sondern ein durch Lärm verursachter mentaler Stress, der zu Tinnitus führt, sagte Professor Dr. med. Matthias Rose, Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik an der Charité. Schätzungsweise über elf Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Tinnitus.

JPL

Offener Tag mit Tinnitus-Experten

Im Rahmen des Internationalen Tinnitus Seminars lädt die Deutsche Tinnitus-Stiftung Charité am 24. Mai 2014 zu einem Offenen Tag für Betroffene und Interessierte ein. Geboten werden unter anderem Referate über neue Therapieansätze.

Datum: 24.5.2014
Ort: Hörsaal Innere Medizin, Charité Campus Mitte, Sauerbruchweg 2, 10117 Berlin

Der Eintritt ist frei.

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Brustkrebs kann auch Männer treffen

Welche Risikofaktoren und Symptome es gibt, lesen Sie hier.

Apotheke unterstützt bei Pflege Angehöriger

Apotheken vor Ort sind mit Pflegediensten vernetzt und bieten viele Hilfsmittel an.

Herz-Tabletten wirken bei Frauen anders

Experten fordern daher eine unterschiedliche Therapie für Männer und Frauen.

Thema der Woche: Insektenstiche

Mit diesen 10 Tipps schützen Sie sich vor Wespen und Bienen.

Nahrungsergänzung online bestellen?

Viele Mittel sind unnötig oder gar riskant, warnen Verbraucherschützer.

Leichter abnehmen mit vegetarischer Kost

Abnehmen scheint mit vegetarisch doppelt so gut zu funktionieren.

Cannabis im März 500-mal abgegeben

Erste Bilanz von Apothekern: Das Cannabis-Gesetz zeigt im Versorgungsalltag Wirkung.

Wie viel Alkohol verfliegt beim Kochen?

Die Menge des "Restalkohols" hängt davon ab, wie und wie lange das Gericht gekocht wird.

Thema der Woche: Schlafmittelmissbrauch

Gewisse Wirkstoffe haben ein hohes Abhängigkeitspotenzial.

10 Tipps für sicheres Trampolinspringen

Unfälle beim Springen sind keine Seltenheit. Mit diesen Tipps senken Eltern das Risiko.

Kaffee und Tee schützen die Leber

Wer regelmäßig zu einem der beiden Getränke greift, beugt Leberkrankheiten vor.

Weißbrot, Vollkorn: Was ist gesünder?

Die Antwort ist nicht so eindeutig, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen