Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Neues Gutachten zum Gesundheitssystem

Aktuelles

Blick auf ein Dorf im Voralpenland mit Kirchturm und Blumenwiesen

Um in ländlichen Gebieten die Gesundheitsversorgung auch in Zukunft zu sichern, spielen nach Ansicht des Sachverständigenrats die Apotheker eine wichtige Rolle.
© Andreas P - Fotolia

Di. 24. Juni 2014

Gutachten: Gesundheitssystem auf dem Land braucht Hilfe

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat heute sein diesjähriges Gutachten mit dem Titel "Bedarfsgerechte Versorgung – Perspektiven für ländliche Regionen und ausgewählte Leistungsbereiche" veröffentlicht. Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände beurteilt die Ergebnisse mit gemischten Gefühlen.

Anzeige

Der Vorsitzende des Rates, Professor Ferdinand Gerlach, erklärt: "Unsere Analysen zeigen, dass die bisherigen Maßnahmen bei weitem nicht ausreichend sind, um einer sich abzeichnenden Unterversorgung in strukturschwachen, ländlichen Regionen entgegenzuwirken." In seinem Gutachten empfiehlt der Rat ein Maßnahmenbündel, das stärkere Anreize für eine Tätigkeit in ländlichen Regionen setzen soll. "Die Gutachter fordern insbesondere ein Medikationsmanagement von Apothekern in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten", erklärt ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. Dies soll helfen, unerwünschten Arzneimittelereignissen vorzubeugen, und dazu beitragen, die Therapietreue der Patienten zu verbessern. Schmidt: "Der Sachverständigenrat unterstützt damit eines der zentralen versorgungspolitischen Projekte der Apothekerschaft. Das freut mich und bestätigt, wie wichtig dieses Vorhaben ist."

Einem anderen Punkt des Gutachtens steht Schmidt jedoch kritisch gegenüber: der Forderung nach mehr Preiswettbewerb bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln. "Die Gutachter verkennen die besondere Rolle der Apotheken: Apotheker sind keine Händler von Produkten, sondern haben einen gesetzlichen Auftrag zur Arzneimittelversorgung", sagt ABDA-Präsident Schmidt. "Wer für flexible Preise bei Arzneimitteln auf Rezept plädiert, nimmt eine Benachteiligung von kranken Patienten sowie eine Ausdünnung der Versorgungsstrukturen in Deutschland billigend in Kauf." Mit dem zurzeit gültigen Festhonorar von 8,35 Euro pro verordnetem Arzneimittel würde die Versorgungssicherheit der Patienten in ländlichen Regionen dagegen gestärkt.

Der Sachverständigenrat analysiert als unabhängiges und interdisziplinäres Gremium seit fast 30 Jahren regelmäßig die aktuelle Entwicklung und die Herausforderungen des deutschen Gesundheitssystems. Dabei zeigt er Möglichkeiten auf, wie sich die bestehenden Strukturen und Rahmenbedingungen weiterentwickeln lassen.

ABDA/RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Experten warnen vor Aluminium

Vor allem für Kinder ist Aluminium eine Gefahr für die Gesundheit.

Sorgen Statine für Gedächtnisstörungen?

Patienten, die Cholesterinsenker einnehmen, müssen sich keine Sorgen machen.

Fakten und Mythen über Antibiotika

Muss man die Packung wirklich bis zum Ende nehmen? Experten klären auf.

Demenz: 6 Tipps für pflegende Angehörige

Einige Dinge können für Entlastung sorgen, etwa das Engagieren einer Nachtpflege.

Was hilft Babys gegen Bauchweh?

Forscher haben die Wirkung verschiedener Hausmittel systematisch untersucht.

Diclofenac für Herzpatienten riskant

Trotzdem wird das Schmerzmittel immer noch von vielen Ärzten verschrieben.

Brustkrebs: Sport verbessert Prognose

Das gilt auch, wenn Frauen erst nach der Diagnose damit anfangen.

Krafttraining sorgt für ein gesundes Herz

Die Muskelmasse gibt Hinweise auf das künftige Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Was hilft bei häufigen Wadenkrämpfen?

Maßnahmen wie Dehnen und Magnesium haben nicht bei allen Patienten Erfolg.

Schlafstörungen sind ein Gesundheitsrisiko

Das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht sich dadurch deutlich.

Sport treiben mit Herzschwäche?

Eine neue Studie zeigt, dass Bewegung dazu beiträgt, steife Blutgefäße zu lockern.

Besser essen im Job – so klappt es

Beim Mittagessen am Arbeitsplatz bleibt die gesunde Ernährung oft auf der Strecke.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen