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Junge Ärztin horcht mit Stethoskop Brust von blondgelocktem Kind (ca. 3 bis 4) ab. Gelbes Poloshirt wird vom Kind dazu hochgehalten

Deutsche Ärzte verschreiben Kindern häufiger Antibiotika als ihre niederländischen Kollegen, aber seltener als Ärzte in Italien.
© Photographee.eu - Fotolia

Mi. 17. September 2014

Wo in Europa die meisten Antibiotika verschrieben werden

Die Sorge, dass Antibiotika zur stumpfen Waffe im Kampf gegen Bakterien werden könnten, weil sie zu häufig, falsch und zu früh verschrieben werden und damit Resistenzen begünstigt werden, nimmt zu. Forscher gingen daher der Frage nach, wie Kindern und Jugendlichen in fünf europäischen Ländern Antibiotika verschrieben werden.

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Die Forscher werteten Daten von 23 Millionen Kindern und Jugendlichen aus den Jahren zwischen 2005 und 2008 aus. Am häufigsten wurden Antibiotika demnach in Italien verschrieben, gefolgt von Deutschland, England und Dänemark. In den Niederlanden sei die Verschreibungsrate mit Abstand am geringsten, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift BMC Pediatrics. Sie betrug ein Drittel von der in Italien. Die Forscher vermuten, dass die Unterschiede nicht dadurch verursacht werden, dass Kinder und Jugendliche in manchen Ländern häufiger krank sind als in anderen. Wahrscheinlicher sei, dass Antibiotika in verschiedenen Ländern unterschiedlich verschrieben werden und zum Teil nicht nur bei bakteriellen sondern fälschlicherweise auch bei viralen Infekten – bei denen sie gar nicht helfen – zum Einsatz kommen.

Von Land zu Land unterschiedlich ist zudem, welche Antibiotika mehr und welche weniger eingesetzt werden – Breitband-Antibiotika, die gegen ein weites Spektrum von Bakterien wirken, oder solche, die gezielt gegen bestimmte Bakterien vorgehen. Bis auf Dänemark werde häufiger der "Rundumschlag" gewählt. Die Forscher vermuten, dass für eine Krankheit derzeit nicht immer das sinnvollste Antibiotikum eingesetzt wird. Sie warnen, dass die Wahl des Antibiotikums zur Entstehung von resistenten Bakterienstämmen beitragen könne.

Ein weiteres Problem: Viele Antibiotika werden offenbar auch zu früh verschrieben. "Insbesondere Atemwegsinfektionen und Mittelohrentzündungen werden bei Kindern oft bereits beim ersten Arztkontakt mit Antibiotika therapiert", erklärt die Leitautorin der Studie, Professorin Edeltraut Garbe vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS). Dabei belegten viele Studien, dass Antibiotika im Regelfall nur dann verordnet werden sollten, wenn sich die Symptome nicht in den ersten Tagen der Erkrankung besserten.

BIPS/HH

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