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Junge Frau um die 20, lange braune Haare, türkises Shirt ohne Ärmel, wird in den linken Oberarm geimpft

Eine Impfung gegen Röteln wird besonders Frauen vor einer Schwangerschaft empfohlen.
© Alexander Raths - Fotolia

Di. 20. Januar 2015

Impfstoffe sind unterschiedlich effektiv

Um das Jahr 1900 gefährdete vor allem der Keuchhusten das Leben der Menschen und vor allem der Kinder, daneben Diphterie und Scharlach. Noch im Krieg 1870 starben über 100.000 Menschen an Pocken. Moderne Impfungen konnten seitdem erheblich zur Lebensverlängerung und zu einem behinderungsfreien Leben – siehe Kinderlähmung – beitragen, wenn sie richtig eingesetzt werden.

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Eine Schutzimpfung initiiert die Immunität gegen die entsprechenden Keime. Allerdings haben Impfstoffe eine höchst unterschiedliche Effektivität. Eine Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) reicht lebenslang, der Impfschutz gegen Tetanus oder Diphtherie muss regelmäßig aufgefrischt werden. Bei Polio geht man davon aus, dass vier Impfdosen im Leben ausreichen, nur nicht bei Reisen in Infektionsgebiete. Die Impfungen nutzen und sich in den Apotheken darüber informieren, das empfahl Professor Dr. Thomas Weinke vom Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam bei der Internationalen Fortbildungswoche der deutschen Bundesapothekerkammer.

Grundsätzlich schafft auch die Infektion selbst eine Immunisierung. Denn wer die Infektion überlebt, trägt Antikörper in sich und gibt sie an seine Nachkommen weiter. Im Falle der Ebola-Seuche wird nach Einschätzung von Weinke das Infektionsrisiko wieder sinken, bevor ein Impfstoff auf dem Markt sein wird. Von 22.000 Erkrankten sind bisher 8.500 gestorben. Derzeit sind verschiedene Impfstoffe gegen Ebola in der Erprobungsphase.

Die Erkenntnis, dass Massenerkrankungen durch die Übertragung von Mikroorganismen weitergereicht werden, ist nicht einmal 140 Jahre alt. Seitdem hat sich viel getan. Das Vertrauen in eine Impfung unterliegt allerdings Zyklen, wie Weinke darlegte. Gegen Ebola und Malaria werden Impfungen sehnsüchtig erwartet, gegen Masern impfen Eltern oft ungern – trotz des Risikos eines Hirnschadens oder sogar der Todesfolge nach Masern. Und immer wenn das Vertrauen schwindet, steigt parallel nachweislich die Erkrankungshäufigkeit. Für das Impfen sprechen zwei Gründe: der individuelle Schutz und der Schutz der Bevölkerung. Denn je mehr Menschen geimpft werden, desto weniger kommen als Erreger-Reservoir in Frage. Auch wenn Menschen selbst nicht erkranken, tragen sie doch oft Keime mit sich herum. Ein geimpfter Organismus tötet sie ab.

JPL

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