Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Bei Schlaflosigkeit keine Medikamente nehmen

Aktuelles

Frau nachts im Bett, Seitenlage, weißes Bettzeug, guckt schlaflos auf Wecker auf dem Nachtschränkchen

Das Bett ist nur zum Schlafen da, nicht zum Grübeln oder zum Warten auf den Schlaf. Wer nicht schlafen kann, sollte aufstehen und so lange etwas anderes tun, bis er müde genug ist, um im Bett gleich einzuschlafen.
© Photographee.eu - Fotolia

Do. 29. Januar 2015

Bei Schlaflosigkeit keine Medikamente nehmen

Menschen, die keinen Schlaf finden, haben einen großen Leidensdruck. Sie sehnen sich nach einer Arznei, die sie wieder selig schlummern lässt. Leichtfertig Schlafmittel zu nehmen, verschlechtere die Probleme dagegen aber meist noch mehr, sagte Professor Dr. Hans Förstl auf dem pharmacon – einem internationalen Fortbildungskongress für Apotheker.

Anzeige

Normaler Schlaf folgt einer Architektur mit einer geordneten Abfolge von Tiefschlafstadien und flachem Schlaf. "Wenn wir Schlafmittel nehmen, zerstören wir diese Architektur des Schlafs jedoch. Dann findet Narkose statt, aber kein Tiefschlaf mehr", warnte Förstl, Psychiater am Klinikum rechts der Isar der TU München. Zudem hätten Schlafmittel ein hohes Abhängigkeitspotenzial und seien daher abzulehnen. In diesem Zusammenhang wies er auf einen Widerspruch in unserer Gesellschaft hin: "Antidepressiva haben kein Abhängigkeitspotenzial, werden aber von vielen Menschen abgelehnt. Schlafmittel hingegen haben dieses Potenzial, werden aber trotzdem breit eingesetzt."

Um den Schlafproblemen beizukommen, spricht sich Förstl klar für die Einhaltung von Schlafhygiene aus. Dazu zähle, sich nur ins Bett zu legen, wenn man auch tatsächlich müde sei. Wach im Bett zu liegen und zu grübeln und zwanghaft einschlafen zu wollen, führe zu nichts. Da müsse man, auch wenn es mitten in der Nacht sei, wieder aufstehen. Nur so könne der sogenannte Schlafdruck, der Drang, einzuschlafen, erhöht werden. Der Psychiater gibt Schlaflosen diesen Reim mit auf den Weg:

"Das Bett ist nicht für Schafe da,
das Bett ist nur zum Schlafe, ja."

Im Bett solle daher auch nicht gearbeitet, gelesen oder Fernseh geguckt werden. Den Schlafdruck erhöht man zudem, indem man früh aufsteht, tagsüber nicht schläft und erst spät zu Bett geht. Die Schlafarchitektur stabilisiert man, indem man auf Alkohol, Kaffee, Tee und andere Stimulanzien verzichtet und keine Schlafmittel der Gruppe der Benzodiazepine nimmt. Zudem müssen Störfaktoren beseitigt werden. Psychiater Förstl zählt auf:

  • Tickende Leuchtzifferwecker aus dem Schlafzimmer verbannen
  • Blase und Mastdarm nicht überfüllen
  • Geeignete Matratze und Bettdecke nutzen
  • Niedrige Temperaturen im Schlafzimmer einhalten
  • Unter Umständen eine Lärmdämmung einbauen

Außerdem empfiehlt er, sich eine Schlafroutine anzugewöhnen, bei der das Zubettgehen stets gleich abläuft, also zu einem Ritual wird aus Bad, Entspannungsübungen und -gedanken zu festen Uhrzeiten.

FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Pankreas-Tumor: Neue Therapieansätze

Forscher haben herausgefunden, warum Bauchspeicheldrüsenkrebs so schwer zu behandeln ist.

Wirkstoff-Kombination bekämpft Hörverlust

Forschern ist es gelungen, Haarzellen im Ohr von Mäusen zu reparieren.

Risiko für Brustkrebs-Rückfall minimieren

Mit 6 Dingen lässt sich das Risiko einer Wiederkehr der Krankheit verringern.

Grippe und Erkältung: Wie lange ansteckend?

Mediziner erklären, wann die Ansteckungsgefahr am größten ist.

Apotheker prüfen täglich Medikamente

Damit stellen Apotheker sicher, dass jeder Patient seinen Arzneimitteln vertrauen kann.

Thema der Woche: Typ-1-Diabetes

Apotheker geben Jugendlichen und Eltern Tipps zum Umgang mit der Krankheit.

Arzt: Selbstzahler-Leistung oft schädlich

Einige IGeL-Leistungen schaden der Gesundheit mehr als sie nützen.

Wärme und Massage bei Rückenschmerzen

Experten raten davon ab, sofort Schmerzmittel einzunehmen.

Gewicht halten in den Wechseljahren

Bei vielen Frauen verändert sich nach der Menopause die Figur.

Trotz Bluthochdruck in die Sauna?

Ein Experte gibt Bluthochdruck-Patienten Tipps für den Sauna-Besuch.

FSME: Experten rufen zur Impfung auf

Die durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung kann tödlich enden.

Thema der Woche: Cannabis auf Rezept

Experten beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema Cannabis als Kassenleistung.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen