Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Pflanzenwirkstoff bekämpft Hirntumor

Aktuelles

Blüte Mariendistel

Ein Wirkstoff aus der Mariendistel hat Potenzial zur Behandlung der Hirnerkrankung Morbus Cushing.
© WALA Heilmittel GmbH

Mi. 11. Februar 2015

Mariendistel: Pflanzenwirkstoff gegen Hirntumor

Deutsche Forscher haben herausgefunden, dass ein Wirkstoff aus der Mariendistel Potenzial für die Behandlung von Morbus Cushing hat. Dabei handelt es sich um eine hormonelle Erkrankung, die durch einen Tumor der Hirnanhangdrüse verursacht wird.

Anzeige

Der Wirkstoff aus der Mariendistel, das Silibinin, sei sowohl in der Zellkultur, als auch in Tiermodellen und in menschlichem Tumorgewebe erfolgreich gewesen. Dies berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie und dem Helmholtz Zentrum in München in der Fachzeitschrift Nature Medicine. Bei Morbus Cushing produziere das Tumorgewebe große Mengen an Adrenocorticotropin (ACTH), ein Stresshormon, das seinerseits zur Freisetzung von Cortisol aus der Nebennierenrinde führe, erläutern die Forscher. Nach der Behandlung mit dem Mariendistel-Wirkstoff produzierten Tumorzellen wieder normale Mengen an ACTH, das Tumorwachstum verlangsamte sich und die für Morbus Cushing typischen Symptome klangen bei Mäusen ab.

Für Menschen mit Morbus Cushing ist dies ein Hoffnungsschimmer. Zwar könne der Tumor bei 80 bis 85 Prozent der Patienten durch eine Hirn-OP entfernt werden, bei den übrigen sei dies jedoch nicht möglich, so die Forscher. Generell fürchteten sich viele Patienten vor dem Eingriff. Derzeit sei zudem nur ein alternatives Medikament zugelassen, das aber bei 20 Prozent der behandelten Patienten starke Nebenwirkungen wie Überzucker auslöse.

Sollte sich das Silibinin in klinischen Studien bewähren, könnten Patienten in Zukunft vielleicht auf einen operativen Eingriff verzichten, so die Hoffnung der Wissenschaftler. Die Wirkungsweise des Mariendistel-Wirkstoffs deute zudem darauf hin, dass die Substanz auch bei anderen Krankheiten, bei denen ähnliche Mechanismen eine Rolle spielen, erfolgreich sein könnte. Dazu gehören Lungenkrebs, akute lymphatische Leukämie oder Multiple Myelome. Und selbst Haustiere könnten von den wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren. Während bei Menschen nur 5,5 von 100.000 Personen von Morbus Cushing betroffen sind, erkranken den Forschern zufolge vier Prozent der Hunde und sogar sieben Prozent der Pferde an der Hirnkrankheit.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Radfahren schadet der Manneskraft nicht

US-Forscher geben Entwarnung für Freizeit- und Sportradler.

NAI vom 15.1.2018: Gesunde Zähne zeigen

In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten startet die neue Serie „Gesunde Zähne zeigen“.

Thema der Woche: 7 Tipps für Erkältete

Mit diesen Tipps sind Sie schnell wieder auf den Beinen.

Nahrungsergänzung: Neue Höchstmengen

Experten haben ihre Empfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe aktualisiert.

Säuglingsmilch nicht selbst herstellen

Solche Milch liefert unter Umständen nicht genug Nährstoffe und kann Babys krank machen.

EMS-Training: Nicht ohne Risiko

Der neue Trendsport kann unter Umständen Muskeln und Nieren schädigen.

Kleine Wunden selbst versorgen

Mit diesen Tipps lassen sich Schnitt- oder Schürfwunden ganz einfach selbst versorgen.

Sehfehler sind schuld an vielen Skiunfällen

Eine passende Skibrille kann Unfälle verhindern. Experten erklären, worauf es beim Kauf ankommt.

Thema der Woche: Warzen loswerden

Was neben Schneckenschleim sonst noch gegen die lästigen Hautmale hilft.

Rückenschmerzen selbst behandeln

Apotheker geben Tipps, wie sich beginnende Schmerzen in den Griff bekommen lassen.

Zucker unterstützt Durchfallkeim

Ein Zuckeraustauschstoff fördert die Ausbreitung gefährlicher Clostridium-Infektionen.

Fördert Schlafmangel Alzheimer-Demenz?

Ursache sind bestimmte Eiweißstoffe, die das Gehirn produziert.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen