Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Emulgatoren können Darmflora verändern

Aktuelles

Frau, lange, braune Haare, um die 60, vor Kühlregal mit Joghurt in der Hand

Emulgatoren sind aus heutigen Lebensmitteln kaum mehr wegzudenken. Sie machen sie cremiger, haltbarer oder stabilisieren deren Form.
© Robert Kneschke - Fotolia

Do. 26. Februar 2015

Emulgatoren können Darmflora verändern

Emulgatoren sind aus der heutigen Lebensmittel-Industrie kaum mehr wegzudenken. Sie machen Produkte cremiger, haltbarer oder stabilisieren deren Form. Forscher fanden nun allerdings heraus, dass die Zusatzstoffe auch zu modernen Krankheiten wie chronischen Darmentzündungen und dem Metabolischen Syndrom beitragen könnten.

Anzeige

In der Fachzeitschrift Nature berichten die Wissenschaftler, dass sich die gängigen Emulgatoren Polysorbat 80 und Carboxymethylcellulose auf die Darmflora auszuwirken scheinen. Bei Mäusen, die mit diesen Emulgatoren gefüttert wurden, veränderte sich die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft im Darm. Und zwar so, dass Entzündungen gefördert wurden. Unter dem Einfluss der Lebensmittel-Zusatzstoffe fanden sich mehr Bakterienarten, die in der Lage sind, in die dichte Schleimschicht, die das Darminnere auskleidet und normalerweise so gut wie frei von Bakterien ist, einzuwandern und diese abzubauen. Dies führte dazu, dass Mäuse, die für chronische Darmentzündung erblich bedingt anfällig waren, erkrankten. Bei normalen Mäusen traten leichte Formen einer Darmentzündung auf und zudem ein metabolisches Syndrom. Damit wird eine Gruppe von Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bezeichnet, zu denen starkes Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte und ein gestörter Fettstoffwechsel zählen.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa als auch das metabolische Syndrom sind Krankheiten, die mit einer veränderten Darmflora einhergehen und deren Häufigkeit in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugenommen hat. Dies lasse vermuten, dass für ihre Entstehung Umgebungsfaktoren eine zentrale Rolle spielen, so Dr. Benoit Chassaing von der Georgia State University, USA. "Nahrungsmittel interagieren eng mit der Darmflora", sagt Chassaing. "Deshalb haben wir überlegt, welche neuen Zusätze zu Lebensmitteln die Bakterienzusammensetzung so verändern könnten, dass sie entzündungsfördernder werden." In weiteren Studien wollen die Forscher nun die Wirkung weiterer Emulgatoren testen und zudem untersuchen, wie sich die Zusätze auf die Darmflora des Menschen auswirken.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Thema der Woche: Strahlend weiße Zähne

Was eine professionelle Zahnreinigung bringt und wie sie abläuft, erfahren Sie hier.

Osteoporose: Das stärkt die Knochen

Ein Apotheker erklärt, wie sich Knochenschwund vorbeugen lässt.

Regelmäßiger Test auf Chlamydien & Co?

Viele sexuell übertragbare Krankheiten verlaufen vor allem bei Männern ohne Symptome.

Wie man einem Handekzem vorbeugt

Wasser und Reinigungsmittel können die Haut auf Dauer strapazieren.

Schilddrüse nicht immer behandeln

Bei Senioren bedeutet eine Unterfunktion nicht automatisch eine Therapie mit Hormonen.

Thema der Woche: Wunden versorgen

Wie man typische Verletzungen zu Hause und auf Reisen richtig versorgt.

Herzrhythmusstörung: Ist Sport erlaubt?

Ein Kardiologe erklärt, wann körperliche Aktivität erlaubt ist.

Kind: Mit anhaltendem Husten zum Arzt

Hustet ein Kind länger als vier Wochen, steckt häufig eine bakterielle Infektion dahinter.

Was tun bei niedrigem Blutdruck?

Niedriger Blutdruck ist nicht gefährlich, kann aber unangenehme Symptome verursachen.

Darmkrebs: Neun Tests im Vergleich

Forscher haben die Ergebnisse neuer Tests auf Blut im Stuhl untersucht.

Thema der Woche: Die richtige Hautpflege

Lesen Sie hier, welche Pflege trockene, fettige und Mischhaut benötigen.

Auge: Bei diesen Symptomen zum Arzt

Bei diesen 8 Warnzeichen sollten Sie den Arztbesuch nicht hinauszögern.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen