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Oft entwickelt sich über Jahre ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Apothekern.

Oft entwickelt sich über Jahre ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Apothekern.
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Sa. 08. Oktober 2016

Thema der Woche: Apotheker als Beruf

Die Aufgaben sind vielfältig und abwechslungsreich: Apotheker kennen die Wirkungen der Arzneistoffe und helfen mit ihrem Wissen jeden Tag unterschiedlichen Patientengruppen. Apothekerin Heike Gnekow aus Hamburg ist immer wieder begeistert von ihrem Beruf, in dem sie Patienten unterstützen kann, die passenden Medikamente zu finden und unerwünschte Wechselwirkungen zu vermieden.

Wer Apotheker werden will, entscheidet sich für eine Arbeit nah am Patienten. Die Hauptaufgabe der Fachleute für Medikamente besteht darin, die Bevölkerung ordnungsgemäß mit Arzneimitteln zu versorgen. Daraus ergeben sich vielfältige Arbeitsbereiche wie die Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln, Abgabe von Medikamenten, Beratung zu Arzneimitteln sowie zu allgemeinen Gesundheitsthemen.

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Gnekow hat ihren perfekten Arbeitsplatz in der Apotheke gefunden, denn hier kann sie gleichzeitig ihre Leidenschaft zu den Naturwissenschaften ausleben und Patienten betreuen. Oft entwickelt sich ein Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Apothekern. Manche Apotheker begleiten ihre Patienten ein Leben lang. Dabei liegen die Vorteile für den Patienten auf der Hand: Apotheker sind schnell zu erreichen und man benötigt keinen Termin, um eine umfassende Beratung zu erhalten. Es kommt auch vor, dass Patienten ihrem Apotheker Fragen stellen, die sie nicht an einen Arzt richten würden oder sie vertrauen ihm Dinge an bezüglich der Einnahme von Medikamenten, die sie dem Arzt verschweigen.

Große Teile der Arbeit in einer öffentlichen Apotheke finden allerdings im Hintergrund statt: Jeder Apotheker kann individuell für die Bedürfnisse der Patienten Arzneien in Form von Kapseln, Lösungen, Salben oder Cremes herstellen. Zudem werden in manchen Apotheken spezielle Arzneiformen gefertigt, beispielsweise sterile Augentropfen oder bestimmte Krebsmittel.

Erst das Examen, dann die Apotheke

Um Apotheker zu werden, muss ein Pharmaziestudium mit einer Regelstudienzeit von acht Semestern absolviert werden. Daran schließt sich ein praktisches Jahr an, in dem die Studierenden ihre theoretischen Kenntnisse im Alltag anwenden können. Als Pharmazeut im Praktikum (PhiP) arbeitet man zuerst für sechs Monate in einer öffentlichen Apotheke, die verbleibenden sechs Monate können die jungen Pharmazeuten je nach Interesse in einem Krankenhaus, in der Industrie oder im Ausland verbringen.

Um die Zukunftschancen der Apotheker steht es sehr gut, dies gilt insbesondere für die Arbeit auf dem Land oder in Randbezirken, denn hier gibt es einen Apothekermangel. Die Gehälter für angestellte Apotheker sind tariflich festgelegt. Berufseinsteiger starten mit 3280 Euro brutto, im sechsten Berufsjahr steigert sich der Verdienst auf 3636 Euro. Wer eine Filiale leitet, kann mit einem deutlich höheren Einkommen rechnen.

Apotheker mit individuellem Profil

Selbstständige Apotheker sind ihre eigenen Chefs und können einen Filialverbund von bis zu vier Apotheken leiten. Das ist ein Vorteil, denn so haben Apotheker großen Handlungsspielraum und können, im Gegensatz zur Arbeit in Großkonzernen, schnell und kreativ auf Veränderungen reagieren. Öffentliche Apotheken arbeiten oft eng mit Pflegeheimen oder Krankenhäusern zusammen. Sie beliefern die Einrichtungen regelmäßig mit Arzneimitteln oder sind für die pharmazeutische Beratung von Pflegekräften und Ärzten zuständig.

Als wichtiger Akteur im Gesundheitssystem gestalten sie mit ihren Ideen und Verbesserungen der Versorgungsformen ihr Arbeitsumfeld aktiv mit. So kann jeder Apotheker seiner Karriere einen individuellen Schwerpunkt geben. Für Apothekerin Gnekow steht fest:" Für jeden Typ Apotheker gibt es den passenden Arbeitsbereich – für die Laborfüchse wie für die Wechselwirkungsprofis."

Alternativ können Apotheker auch in einer Krankenhausapotheke arbeiten. Hier fallen Aufgaben in der Herstellung von Arzneimitteln sowie in der Logistik an. Darüber hinaus sind Krankenhausapotheker Mitglied der Arzneimittelkommission des Krankenhauses und tragen damit die Budgetverantwortung für diesen Bereich. Hinzu kommt die pharmazeutische Tätigkeit auf der Station, bei der Apotheker und Ärzte gemeinsam Visiten abhalten und der Apotheker die Medikation begutachtet und optimiert.

Ein Blick in die Zukunft

In den letzten Jahren hat sich der Beruf des Apothekers sehr gewandelt. Früher wurden Arzneimittel überwiegend selbst hergestellt. Zwar sind Individualrezepturen immer noch ein wichtiger Teil des Apothekeralltags, trotzdem ist die Beratung der Patienten zunehmend in den Mittelpunkt gerückt. Zukünftig wird das Medikationsmanagement eine der wichtigsten Leistungen der Apotheker sein, denn hier kann die Sicherheit der Patienten enorm verbessert werden. "In Zukunft wird ein Schwerpunkt unserer Arbeit darin liegen, mit anderen Heilberuflern die Arzneimitteltherapie zum Wohle der Patienten zu optimieren. Das Arbeitsumfeld bleibt daher sehr spannend und abwechslungsreich", erklärt Heike Gnekow.

AK-HH/RF

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