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Experten sind sich nicht einig, in wie weit der Blutdruck gesenkt werden sollte.

Welcher Zielwert sollte bei Bluthochdruck angestrebt werden? Darüber sind sich Experten nicht ganz einig.
© Alexander Raths - Fotolia.com

Mi. 25. Januar 2017

Wie weit soll der Bluthochdruck gesenkt werden?

Ein gut eingestellter Blutdruck schützt im Alter vor Schlaganfall und Herzerkrankungen. Doch bei der Frage, wie weit hoher Blutdruck gesenkt werden sollte, gehen die Ansichten auseinander. Die Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga liegen dabei unter den Werten, zu denen zwei US-Gesellschaften in ihren neuen Leitlinien raten.

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Menschen unter 80 Jahre mit einem systolischen Blutdruck von 160 mmHg oder höher wird aktuell zu einer Behandlung geraten, wenn alle nichtmedikamentösen Maßnahmen versagt haben. Das geht aus den Empfehlungen der European Society of Hypertension, der European Society of Cardiology, der Deutschen Hochdruckliga und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie aus dem Jahr 2014 hervor. Dabei sollte ein Zielwert zwischen 140 bis 150 mmHg angestrebt werden. Sind die Patienten besonders leistungsfähig, können auch Werte unter 140 mmHg angestrebt werden. Zählen sie eher zur gebrechlichen Patientengruppe, wird der Blutdruck je nach individueller Verträglichkeit eingestellt. Auch für Personen über 80 Jahre gelten als Blutdruckziel zwischen 140 bis 150 mmHg - sofern sie in einem guten Allgemeinzustand sind.

Die Vertreter des American College of Physicians und der American Academy of Family Physicians haben eine etwas andere Ansicht: Aufgrund der Ergebnisse einer aktuellen Meta-Analyse, die im Fachblatt Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurden, raten sie, den Blutdruck bei älteren Menschen über 60 nur auf 150 mmHg zu senken. Nur bei Patienten, die bereits einen Schlaganfall hatten oder unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, sollte der Versuch unternommen werden, den Blutdruck auf unter 140 mmHg zu senken.

Die Deutsche Hochdruckliga teilt diese Empfehlungen nicht: "Bei Betrachtung der Studien zeigen sich ein besseres Gesamtüberleben, weniger Schlaganfälle und weniger kardiale Ereignisse, wenn der systolische Blutdruckwert auf unter 140 mmHg gesenkt wird", sagt Professor Bernhard Krämer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochruckliga. Gerade die Mehrheit der über 60-Jährigen habe zudem ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. "Daher sollte der Blutdruck gerade in dieser Altersgruppe auf mindestens unter 140 mmHg gesenkt werden", empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga.

HH

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