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NSAR und Schmerzmittel können dem Darm schaden.

Einige Schmerzmittel können die Magenschleimhaut schädigen und das Risiko für Magengeschwüre und Blutungen erhöhen.
© Jeanette Dietl - fotolia.com

Mi. 12. April 2017

Schmerzmittel plus Magenschutz schaden dem Darm

Mit gängigen Schmerzmitteln aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) werden häufig entzündliche Gelenkserkrankungen oder Schmerzen behandelt. Um gleichzeitig den Magen zu schützen, wird oft die zusätzliche Einnahme von Protonenpumpenhemmern empfohlen. Was dem Magen helfen soll, scheint für den Darm jedoch keine gute Kombination zu sein.

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Die Kombination von NSAR, zu denen unter anderem das in der Studie untersuchte Diclofenac zählt, und Protonenpumpenhemmern, hier Omeprazol, kann zu Entzündungen im Dünndarm führen. Dies berichten Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien im Fachblatt Gastroenterology. Bei etwa einem Drittel der Studienteilnehmer, die mit dieser Medikamenten-Kombination behandelt worden waren, stellten die Wissenschaftler nach zwei Wochen mithilfe einer sogenannten Kapselendoskopie markante Entzündungen im Dünndarm fest. Bei einer anderen Gruppe von Teilnehmern, die zusätzlich auch noch das Antibiotikum Rifaximin erhalten hatte, traten dagegen weniger entzündliche Veränderungen auf – und wenn doch, waren diese weniger schwer.

Von Antirheumatika sei bekannt, dass sie im gesamten Magen-Darm-Trakt zu Entzündungen führen können, so die Wissenschaftler. Protonenpumpenhemmer beeinflussen dagegen ihrerseits die bakterielle Darmflora negativ, so dass eine Besiedlung mit unerwünschten Bakterien erfolgen könne. Die Studie deute nun darauf hin, dass die gängige Kombination beider Medikamente den Dünndarm schädigt. Die zusätzliche Gabe des in der Studie verwendeten Antibiotikums scheint dagegen den Darm zu schützen, so die Schlussfolgerung, die die Forscher aus ihren Ergebnissen ziehen. In einer nächsten Studie wollen die Wissenschaftler nun ein neues Therapiekonzept an Patienten testen, die regelmäßig Antirheumatika einnehmen.

MedUni Wien/ HH

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