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Was hormonelle Verhütungsmittel angeht, haben Ärzte in den letzten Jahren ihr Verschreibungsverhalten geändert.

Was hormonelle Verhütungsmittel angeht, haben Ärzte in den letzten Jahren ihr Verschreibungsverhalten geändert.
© Sven Bhren - Fotolia

Mo. 03. Juli 2017

Ärzte verordnen oft Pillen mit unbekanntem Thromboserisiko

Vor drei Jahren sind hormonelle Verhütungsmittel in Bezug auf ihr Thromboserisiko neu bewertet und in Risikoklassen eingeteilt worden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat nun in einer Studie untersuchen lassen, ob diese Bewertung dazu geführt hat, dass Ärzte sicherere Präparate verschreiben.

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Seit die Maßnahmen initiiert wurden, die das Risiko verringern sollen, verordneten Ärzte immer weniger Präparate der höchsten Risikoklasse, wie die Studie zeigt. Verhütungsmittel der geringsten Risikoklasse sowie Präparate mit unbekanntem Risiko verschrieben sie deutlich häufiger. Der Anteil der Pillen mit undefiniertem Risiko stieg von 39,5 Prozent vor der Neubewertung auf zuletzt mehr als 50 Prozent. Dass auch die Verordnungen für die Pillen mit noch nicht genau bekanntem Risiko deutlich anstiegen, hat das BfArM überrascht. Solange hier nicht weitere Daten vorliegen, die eine genaue Einordnung des Thromboserisikos erlauben, will das BfArM diese Verhütungsmittel nicht empfehlen.

Seit 2014 empfiehlt das BfArM insbesondere jungen Frauen und Erstanwenderinnen, die Pillen mit dem geringsten Thromboserisiko anzuwenden (Risikoklasse I). Dazu zählen Pillen der ersten und zweiten Generation mit Ethinylestradiol plus Norethisteron oder Norgestimat. Pillen mit Desogestrel oder Drospirenon fallen in die Risikoklasse III. Pillen mit Norelgestromin oder Etonogestrel sowie Vaginalringe mit Gestagenen und Estrogenen werden Risikoklasse II zugeordnet. Noch unklar ist das Thromboserisiko der Estrogen-Gestagen-Kombinationen mit Nomegestrol, Chlormadinon und Dienogest, die daher in die Risikoklasse X fallen.

Bei Mädchen und Frauen, die nicht hormonell verhüten, kommt es durchschnittlich bei 2 von 10.000 Anwenderinnen pro Jahr zu thromboembolischen Ereignissen. In der Risikoklasse I liegt das Risiko bei etwa 5 bis 7 von 10.000, in Klasse II bei etwa 6 bis 12 von 10.000 und in Klasse III bei etwa 9 bis 12 von 10.000, so das Ergebnis des Risikobewertungsverfahrens der EMA im Jahr 2013.

dh/PZ/RF


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