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Ein Urologe erklärt, wie häufig Harndrang noch normal ist.

Frauen haben eine empfindlichere Blase als Männer und müssen daher häufiger zur Toilette.
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Mi. 26. Juli 2017

Harndrang: Wie viele Toiletten-Gänge sind noch normal?

Im Stau, während eines wichtigen Termins oder auf einem Konzert: Die Blase meldet sich bei vielen oft dann, wenn es gerade nicht passt. Besonders Frauen sind mit 70 Prozent von dem Phänomen der überaktiven Blase betroffen. In vielen Fällen ist die Psyche für den Harndrang verantwortlich.

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"Viele müssen, obwohl sie eigentlich nicht müssen", sagt Dr. Reinhold Schaefer, Urologe und Geschäftsführer des Zusammenschlusses niedergelassener Urologen Uro-GmbH Nordrhein. Aufgenommene Flüssigkeit braucht in der Regel zwei Stunden bis zur Blase. Ob man kurz vorher viel getrunken hat, beeinflusse den Harndrang also nicht. Die weibliche Harnblase fasst 400 Milliliter, die männliche mit 500 Milliliter etwas mehr. Häufig kommt es aber vor, dass die Blase schon bei 200 Milliliter Füllstand bittet, sie zu entleeren. Das liegt an überempfindlichen Blasensensoren. "Medizinisch gesehen ist dies meist kein Problem, solange kein Blut im Urin, Schmerzen oder Fieber auftreten", beruhigt Schaefer. Manche Leute müssen also einfach häufiger das stille Örtchen aufsuchen. Wer sich im Alltag trotzdem stark eingeschränkt fühlt, oder beim wem die Probleme neu auftreten, dem empfehlen Experten, einen Urologen aufzusuchen. Der Ratschlag, dem Blasendruck nicht nachzugeben ist vielleicht gut gemeint, aber nicht empfehlenswert. Harndrang sei ein Reflex, der sich nicht beeinflussen lässt. Das Fassungsvermögen zu trainieren, schade sogar und könne zu Beckenbodenkrämpfen, Schmerzen und Übelkeit führen. In extremen Fällen könne sogar die Niere darunter leiden.

Bei häufigem Harndrang auf Kaffee zu verzichten, sei den Experten zufolge nicht erforderlich. Zwei bis drei Tassen Kaffee, das entspricht 300 Milligramm Koffein, beeinflussen die Harnbildung bei regelmäßigem Konsum nicht. Erst nach einer längeren Kaffeeabstinenz könne er wieder harntreibend wirken. Allerdings führe Koffein dazu, dass die Niere stärker durchblutet wird. Dadurch kann es auch ohne großes Harnvolumen zur häufigen Entleerung der Blase kommen. Alkohol hingegen beschleunige den Gang zur Toilette, da er die Menge des sogenannten Antidiuretischen Hormons (ADH) senkt und damit die Harnproduktion erhöht.

KS

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