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Mit Nahrungsergänzungsmittel wollen viele Menschen ihrer Gesundheit etwas Gutes tun. Manchmal können sie jedoch auch schaden.
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Mi. 23. August 2017

Vitamin-B-Präparate erhöhen das Lungenkrebs-Risiko

Mit Vitaminpräparaten wollen viele Menschen ihrer Gesundheit etwas Gutes tun. Zu viel kann manchmal jedoch auch schaden. Forscher aus Taiwan und den USA fanden jetzt einen Zusammenhang zwischen der langfristigen Einnahme von hochdosiertem Vitamin B6 und B12 und Lungenkrebs bei Männern.

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Der Studie zufolge hatten Männer, die hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B6 und B12 über einen längeren Zeitraum eingenommen hatten, ein zwei- bis vierfach höheres Lungenkrebsrisiko als Männer, die solche Präparate nicht eingenommen hatten. Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei Rauchern: Hatten Raucher über zehn Jahre täglich mehr als 20 Milligramm Vitamin B6 konsumiert, hatten sei ein dreifach höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Dies berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology. Bei einer Tagesmenge von 55 Mikrogramm Vitamin B12 lag das Risiko für Raucher etwa viermal so hoch. Diese Dosierung liege jedoch deutlich über der, die in Multivitaminpräparaten zu finden sei, sagte Theodor Brasky von der Ohio State University. Eine so hohe Menge könne nur durch die Einnahme hochdosierter Vitamin-B-Präparate erreicht werden, die die in den USA empfohlene Menge um ein Vielfaches überschreiten.

Die Krebsforscher hatten in ihrer Beobachtungsstudie Daten von über 77.000 Studienteilnehmern aus dem US-Bundesstaat Washington ausgewertet. Die Teilnehmer waren zwischen 50 und 76 Jahren alt und hatten zu Beginn der Studie in den Jahren 2000 bis 2002 Angaben gemacht, wie viel Vitamin B sie in den vergangenen zehn Jahren eingenommen hatten. In die statistische Auswertung bezogen die Wissenschaftler darüber hinaus andere Faktoren wie Rauchen, Alter, Bildung, Größe, Alkohol-Konsum oder die familiäre Vorgeschichte in Bezug auf Lungenkrankheiten oder Lungenkrebs mit ein. Weiter Studien müssten nun zeigen, ob sich das Ergebnis wiederholen lasse und ob es auch bei Frauen einen Zusammenhang geben könnte.

HH

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