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Seit 2017 werden neue immunologische Tests auf Blut im Stuhl eingesetzt.

Wird Darmkrebs rechtzeitig erkannt, ist er in den meisten Fällen heilbar.
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Mo. 09. Oktober 2017

Darmkrebsvorsorge: Neun Tests im Vergleich

Je eher man Darmkrebs und seine Vorstufen entdeckt, desto besser. Seit diesem Jahr werden dafür neue immunologische Tests auf Blut im Stuhl eingesetzt. Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben neun dieser Tests miteinander verglichen.

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Alle neun Tests entdecken der Studie zufolge die große Mehrheit aller Darmkrebserkrankungen und auch viele Vorstufen. Folgt man den Angaben der Hersteller, ab welchem Hämoglobin-Wert ein Verdacht auf Darmkrebs vorliegt, finden sich zwar große Unterschiede in der Häufigkeit positiver Ergebnisse. Passe man jedoch die Schwellenwerte an, so liefern alle Tests sehr ähnliche Ergebnisse. "Bisher war unklar, ob und in welchem Umfang es Unterschiede zwischen den angebotenen Tests gibt", sagt der Epidemiologe Hermann Brenner vom DKFZ. Deshalb hat er gemeinsam mit seinen Mitarbeitern neun Tests einem direkten Vergleich unterzogen. Bei fünf der neun Tests ist eine Laboranalyse notwendig. Die restlichen vier Tests können direkt in der hausärztlichen Praxis durchgeführt und ausgewertet werden. Sogar der Test, der mit Hilfe einer Smartphone-App ausgewertet wird, lieferte zuverlässige Resultate – zumindest dann, wenn er von geschultem Personal durchgeführt wurde.

Aus den Ergebnissen ließen sich bundesweite Empfehlungen für Schwellenwerte einzelner Tests ableiten. "Mit dieser Arbeit geben Brenner und Kollegen ganz konkrete Empfehlungen, wie die Früherkennung von Darmkrebs noch weiter verbessert werden kann", sagt Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ. Alle in Deutschland gesetzlich Krankenversicherten haben ab dem 55. Lebensjahr Anspruch auf eine Darmspiegelung. Sie gilt als sicherste Methode zur Entdeckung von Darmkrebs und seinen Vorstufen. Doch das Testverfahren ist aufwändig und viele Patienten scheuen sich davor. Die immunologischen Testverfahren, die seit April dieses Jahres von den Krankenkassen bezahlt werden, sollen dabei helfen, mehr Menschen zu einer Vorsorgeuntersuchung zu motivieren.

DKFZ/NK

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