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Eine professionelle Zahnreinigung wird in fast jeder Zahnarztpraxis angeboten.

Zahnärzte raten ihren Patienten, ein- bis zweimal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen.
© contrastwerkstatt - Fotolia.com

Sa. 21. Oktober 2017

Thema der Woche: Strahlend weiße Zähne

Ein strahlendes Lächeln ist die beste Visitenkarte, dachte sich unsere Autorin. Und so begab sie sich zur professionellen Zahnreinigung und holte sich dort auch viele Zahnpflegetipps. Welche das sind, verrät sie im aktuellen Thema der Woche.

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Studien zufolge wünschen sich 85 Prozent der Deutschen eine hellere Zahnfarbe. Ich übrigens auch. Leider ist der Naturton meiner Beißer – wie bei den meisten Menschen hierzulande – eher leicht gelb. Aber das Problem lässt sich lösen. Ich besuche die Praxis von Zahnarzt Dr. Günter Fritzsche in den Hamburger Colonnaden und lasse mir von Claudia Sturzwaage (45) eine professionelle Zahnreinigung machen. Frau Sturzwaage ist gelernte zahnmedizinische Fachangestellte, kurz ZMF.

Schon länger fühlen sich meine Zähne rau an. Obwohl ich sie regelmäßig mit einer Elektrozahnbürste pflege, habe ich mir mittlerweile durch Rotwein, Kaffee und Tee Verfärbungen regelrecht herbeigetrunken. Aber der Beauty-Aspekt ist nicht der einzige Grund für die besondere Sitzung beim Zahnarzt: Im Laufe des Tages sammeln sich gerade an den schwer zugänglichen Stellen schädliche Bakterien an, bilden mit der Zeit Ablagerungen, sogenannte Plaques. Bakterien in diesem weißlichen Belag können auf Dauer den Zähnen und dem Zahnhalteapparat erheblich schaden.

Bleaching besser nicht in Eigenregie

Wenn es noch weißer als nach einer professionellen Zahnreinigung sein soll, lönnen Sie sich Ihre Zähne auch aufhellen lassen – am besten von einem Zahnarzt. Die Kasse zahlt dafür allerdings nicht. Von Do-it-yourself-Verfahren raten Experten ab. Wenn an einem Zahn bereits ein kariöser Defekt besteht und nicht vor dem Bleaching behandelt wird, kann Bleichmittel in den Zahn eindringen und Schaden anrichten.

Kontrolle des Zahnfleisches

Claudia Sturzwaage hat sich mittlerweile eine Lupenbrille aufgesetzt und misst nun mit einer kleinen Sonde die Tiefe meiner Zahnfleischtaschen. Daran erkennt sie, ob und wie weit das Zahnfleisch beziehungsweise der Zahnhalteapparat entzündet ist. Eine Tiefe von bis zu drei Millimetern gilt noch als unauffällig. Zum Glück tut mir das nicht weh, was ein gutes Zeichen ist. "Plaques sind übrigens auch für Mundgeruch verantwortlich", erklärt Sturzwaage, während ich mich frage, ob sie mir damit dezent etwas sagen möchte. "Und Zahnbeläge lösen neben Zahnfleischentzündungen im schlimmsten Fall Parodontitis aus", fährt sie fort. Ich erfahre, dass diese Entzündung des Zahnbettes zur Folge haben kann, dass gefährliche Krankheitserreger über die Zahnfleischtaschen im Extremfall sogar in die Blutbahn gelangen und weitere Erkrankungen begünstigen können. So besteht der Verdacht, dass Parodontitis das Risiko für Herz- und Hirninfarkte, Diabetes oder Magen-Darm- Erkrankungen erhöht.

Weg mit den Zahnbelägen

Nach all diesen Informationen bin ich froh, dass mir die Fachfrau die weichen Ablagerungen mit einem Ultraschallgerät und härtere Beläge mit einem hakenartigen Handinstrument entfernt. Alles schmerzfrei. Das sei aber von Patient zu Patient verschieden und hinge davon ab, wie weit eine Entzündung fortgeschritten ist. Nun bekomme auch ich eine Schutzbrille gereicht, weil Claudia Sturzwaage die hartnäckigen Verfärbungen entfernen möchte, indem sie diese mit einem Wasser- Pulver-Strahlgerät löst. Für meine Zahnzwischenräume verwendet sie sowohl Schleifpapierstreifen als auch Gummi-Bürstchen. "Die knicken nicht so leicht ab wie Interdentalbürsten mit Borsten", sagt sie und packt mir fürsorglich ein Test-Exemplar ein. Den letzten Schliff verpasst sie meinen Zahnoberflächenmit einer fluoridreichen Paste, die sie mit rotierenden Bürstchen und Gummi-Kelchen aufträgt. Dabei werden meine Zähne schön poliert. "Dadurch finden Bakterien schlechter Halt und können sich nicht so schnell wieder ansiedeln." Zum Schluss spüle ich meinen Mund mit einer Art flüssigem Fluoridlack aus, das soll zusätzlich die Zähne stärken. Noch ein paar Tipps zu meiner Putztechnik und fertig ist die Behandlung!

Im Handspiegel begutachte ich meine Zähne und finde, dass sie tatsächlich einen Ton heller geworden sind und sich schön glatt anfühlen. In sechs Monaten soll ich wiederkommen, um meine Zähne wieder auf Hochglanz zu bringen. Wichtig: So eine Profipflege hilft langfristig nur dann gegen Karies, Parodontitis & Co, wenn man die Zähne auch zu Hause täglich gut pflegt. Kosten: Die Stiftung Warentest ermittelte als Durchschnittskosten für 45 Minuten etwa 73 Euro für Kassenpatienten pro Sitzung und 112 Euro für Privatpatienten. Die Preise variieren aber je nach Aufwand (Angaben unverbindlich).

Zahnpflege: Die passenden Hilfsmittel

  • Hand- oder Elektrobürste?
    Nur ein Drittel aller Deutschen putzt noch mit einer Handzahnbürste, zwei Drittel vertrauen der elektrischen Zahnbürste. Zu Recht, wie eine Übersichtsarbeit des internationalen Wissenschaftler Netzwerkes Cochrane Collaboration belegt. Vor allem Elektrobürsten, die sich ultraschnell hin- und herdrehen (oszillierend-rotierend), tragen Beläge vergleichsweise gut ab und tragen so dazu bei, das Risiko von Zahnfleischentzündungen zu vermindern.
  • Zahnseide oder Interdentalbürsten?
    Täglich die Zahnzwischenräume zu reinigen ist Pflicht. Mit der Bürste erreichen Sie nur zwei Drittel der Zahnfläche. Bei großen Zahnzwischenräumen kann es aber passieren, dass Zahnseide nur "leer durchschwingt". Dann sind Interdentalbürsten besser (gibt es in unterschiedlichen Größen). Reinigen Sie immer nach dem Zähneputzen, sonst pressen Sie Speisereste in die Zwischenräume. Neu sind Interdentalbürsten aus Gummi. Sie sind leichter anzuwenden, weil sie kaum abknicken. Einmal wöchentlich empfehlen Experten zudem, die Zähne mit einem Aminfluorid-Gel zu putzen. Das stärkt den Zahnschmelz, der übrigens das härteste Material ist, das unser Körper hervorbringt.
  • Weißmacher-Zahncremes: schädlich oder okay?
    Sie sollen helfen, Beläge zu entfernen und bringen vermeintlich das natürliche Weiß der Zähne wieder hervor. Aber vorsichtig: Manche dieser Zahnpasten machen die Zähne rauer, wodurch sich leichter Pigmente dort ablagern. Und für Menschen mit freiliegenden Zahnhälsen sind die Weißmacherzahnpasten zu aggressiv. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu einer medizinischen Spezial-Zahncreme aus der Apotheke. Die darin enthaltenen Mini-Perlen (mikrokristalline Cellulose) sind natürlich und biologisch abbaubar und rollen Zahnbeläge weg, ohne dabei der Zahnoberfläche zu sehr zu schaden.

Hilfsmittel zur Zahnpflege bekommt man auch in der Apotheke, dazu eine gute Beratung zu ihrer Anwendung.

Narimaan Nikbakht

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