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Gewürze sind nicht nur lecker, sondern auch gesund.

Ingwer, Chili und Zimt haben gesundheitsfördernde Eigenschaften.
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Do. 09. November 2017

Thema der Woche: Gesunde Gewürze

Gewürze bringen nicht nur Pep ins Essen, sondern helfen auch der Gesundheit auf die Sprünge. Die Volksmedizin setzt sie schon seit Jahrtausenden als Medizin ein. Doch was können welche Gewürze? Hier der Stand der Forschung zu Kurkuma, Ingwer, Chili und Zimt − vier Gewürze, die in keiner Küche fehlen dürfen.

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Kurkuma hemmt Entzündungen, stärkt den Zellschutz

Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, gehört zu den Ingwergewächsen. Bei uns wird es selten frisch verwendet, doch findet es sich in allen Currymischungen. Im Fokus der Forschung steht es, weil Wissenschaftler viele Hinweise auf positive Effekte finden. In Labor- und Tierstudien schützte der gelbe Farbstoff Kurkumin Zellen vor oxidativem Stress und wirkte entzündungshemmend. Diese Effekte spielen eine wichtige Rolle bei Herz-Kreislauf Krankheiten und Krebs. Bei beiden Krankheiten zeigten einzelne Studien mit Kurkumin zwar günstige Effekte, für klare Empfehlungen ist die Datenlage aber noch zu dünn.

Auch für Diabetiker scheint Kurkumin interessant zu sein: Die regelmäßige Einnahme bewirkte bei Menschen, die auf einen Diabetes zusteuern, dass die Bauchspeicheldrüse wieder besser arbeitete. Zudem senkte Kurkumin bei Patienten mit Typ-2-Diabetes den Blutzuckerspiegel. Grundsätzlich ist es jedoch fraglich, was die Aufnahme von Kurkuma im Rahmen der normalen Ernährung bringt. Denn der Darm kann nur einen Bruchteil ins Blut aufnehmen. In Form pflanzlicher Arzneimittel können Inhaltsstoffe aus Kurkuma aber so verpackt werden, dass die Aufnahmekapazität steigt.

Zimt senkt Blutzuckerwerte

Bratäpfel, Milchreis, Plätzchen: Zimt gehört zu den beliebtesten Gewürzen, nicht nur in der Weihnachtszeit. Es stammt von der Rinde des Zimtbaums, der in den Tropen wächst und bis zu 20 Meter hoch werden kann. Zimtstangen sind bei uns vor allem in zwei Varianten erhältlich: Als gröberer Cassia-Zimt oder feiner Ceylon-Zimt. In punkto Gesundheit hat Zimt zwei Gesichter. Zum einen hat es positive Effekte: In Studien senkte es den Blutdruck, stärkte die Zellabwehr gegen oxidativen Stress und wirkte entzündungshemmend. Die regelmäßige Aufnahme verbesserte zudem das Profil der Blutfette, führte zu niedrigeren Blutzuckerwerten und optimierte die Wirkung des Insulins. Davon profitieren vor allem Diabetiker. Auch hier gilt, dass die Ergebnisse zwar insgesamt vielversprechend sind, dass aber noch erforderliche weitere Studien fehlen. Zum anderen enthält Zimt den natürlichen Aromastoff Cumarin, der bei wenigen, sehr empfindlichen Menschen Leberschäden auslösen kann. Cumarin ist vor allem in Cassia-Zimt enthalten, Ceylon-Zimt ist dagegen arm an Cumarin.

Scharfe Gewürze senken den Blutdruck

Forscher aus China haben herausgefunden, dass Menschen, die gern scharfe Gewürze zum Kochen verwendeten, automatisch sparsamer mit Salz umgingen und einen niedrigeren Blutdruck hatten als Menschen, die keine scharfen Gewürze mochten. (aponet.de berichtete).

NK

Ingwer wirkt gegen Übelkeit und senkt den Blutzuckerspiegel

Ingwer gehört zu den ältesten Gewürzen der Welt. Er stammt von einer schilfartigen Staude, die unter der Erde Rhizome bildet – quer verlaufende Sprosse, die wir umgangssprachlich als Wurzel bezeichnen. Ingwer enthält eine ungewöhnlich breite Palette gesunder Inhaltsstoffe, zum Beispiel ätherische Öle und Scharfstoffe wie Gingerole. Im Labor und in Tierversuchen wirkten Extrakte der Ingwerwurzel entzündungshemmend, schützten die Zellen vor oxidativem Stress und senkten den Blutdruck. Ob ein regelmäßiger Verzehr diese Effekte auch beim Menschen bewirkt, muss noch weiter untersucht werden. Besser ist die Datenlage zum positiven Einfluss von Ingwer auf den Blutzuckerspiegel. Möglicherweise gibt es auch positive Effekte gegen Darmkrebs. Bekanntermaßen gut wirkt Ingwer gegen Magen-Darm-Beschwerden, vor allem gegen Übelkeit.

Chili wirkt antibakteriell und durchblutungsfördernd

Chilis gibt es in vielen Varianten von mild bis höllisch scharf. Sie gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Wie scharf Chilipulver ist, hängt von seinem Gehalt an Capsaicin ab. Seine Wirkung auf den Körper ist gut untersucht: Es regt den Kreislauf und den Stoffwechsel an, wirkt antimikrobiell und entzündungshemmend. Vermutlich schützen die scharfen Schoten vor Herzerkrankungen, verändern die Zusammensetzung der Darmbakterien günstig und beugen zudem der Krebsentstehung vor, indem sie schädliche Zellveränderungen in einem frühen Stadium verhindern. Da der scharfe Stoff auch die Blutgefäße erweitert, tragen Chilis zur Senkung des Blutdrucks bei.

Als Arzneimittel finden sich Capsaicin beziehungsweise Chilizubereitungen in Cremes und Pflastern. Auf die Haut aufgetragen, steigert sie die Durchblutung, entspannt und lindert Muskelschmerzen. Geeignete Präparate gibt es in der Apotheke.

Nicht nur gesund, auch lecker

Auch wenn bislang nicht klar ist, welche Gewürze in welchen Mengen die Gesundheit fördern – dass sie es tun, steht außer Frage. Obendrein bringen sie Pfiff an alle Gerichte, ob süß oder pikant, ob Suppe, Snack, Salat, Hauptspeise oder Drink. Herrlich lecker sind zum Beispiel diese Gewürzlinsen: Für vier Personen eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe abziehen, ein walnussgroßes Stück Ingwer und eine Kurkumawurzel (Asia-Laden) schälen, alles fein würfeln. Einen Bund Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, drei Möhren in Scheiben hobeln. Zwei Esslöffel Sesamöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel-, Knoblauch-, Ingwer- und Kurkumawürfel drei Minuten anbraten, dann 150 Gramm Puy-Linsen und das übrige Gemüse zufügen, mit 500 Milliliter Brühe aufgießen und alles bei kleiner Hitze 30 Minuten köcheln lassen. Kurz vor Garende 300 Gramm Rinderfilet in feine Streifen schneiden, salzen und pfeffern, in einem Esslöffel Sesamöl kräftig anbraten und unter die Linsen mischen. Alles mit Chili, Kurkumapulver, Salz und Pfeffer abschmecken. Guten Appetit!

Diplom-Oecotrophologin Dorothee Hahne

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