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Acetylsalicylsäure verdünnt das Blut.

Bei Kopfschmerzen greifen viele Menschen zu Acetylsalicylsäure.
© AntonioDiaz - Fotolia.com

Fr. 24. November 2017

ASS: Nebenwirkungen beachten

Wenn der Kopf dröhnt und hämmert, verlassen sich viele auf die Wirkung von Acetylsalicylsäure, kurz ASS. Anders als andere Kopfschmerzmittel wirkt ASS nicht nur schmerzstillend und entzündungshemmend, sondern verdünnt bereits bei geringen Dosierungen zusätzlich auch das Blut. Darauf weist die Apothekerkammer Niedersachsen hin.

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Geht es um Kopfschmerzen, gilt ASS in einer Dosierung von 500 Milligramm als altbewährtes Schmerzmittel. Die blutverdünnende Wirkung von ASS setzt sogar bereits bei einer Dosis von unter 100 Milligramm Tageseinmaldosis ein. Diese Wirkung baut sich in wenigen Minuten auf, hält dann aber über eine Woche an. Vor ärztlichen Eingriffen, zum Beispiel beim Zahnarzt, sollten Patienten den behandelnden Arzt informieren, in welcher Dosis und zu welchem Zeitpunkt sie ASS eingenommen haben. Das OP-Team kann dann entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen. Für den Alltag ist es gut zu wissen, dass auch kleine Schnittverletzungen im Haushalt unter Umständen stärker bluten als gewohnt und besonders versorgt werden müssen. Auch bilden sich schneller blaue Flecke. Patienten, die bereits mit Ibuprofen behandelt werden, sollten nicht zusätzlich ASS einnehmen. Ist dies jedoch unvermeidlich, raten Apotheker dazu, zuerst ASS und dann im Abstand von mindestens zwei Stunden Ibuprofen einzunehmen. Dauerhaft sollte Ibuprofen nicht mit ASS kombiniert werden.

Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren dürfen auf keinen Fall ASS einnehmen. Nur auf zwingenden ärztlichen Rat und wenn andere Maßnahmen nicht anschlagen, kann es in Einzelfällen Ausnahmen geben. Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol oder Naproxen sind gute Alternativen zu ASS. Die Einnahme von ASS im Rahmen der Selbstmedikation bei Schmerzen ist auf bis zu vier Tage hintereinander zu begrenzen. Ohnehin gilt: Bestehen die Schmerzen länger, muss die Ursache unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden. Bei zu häufiger Einnahme von Schmerzmitteln droht zudem ein Gewöhnungseffekt, der zur Folge hat, dass die Schmerzschwelle sinkt. Das heißt, dass Reize, die für gesunde Menschen harmlos sind, bei den Betroffenen Schmerzen auslösen. Um diese zu bekämpfen, wird oftmals wieder ein Schmerzmittel genommen, in dessen Folge die Schmerzempfindlichkeit weiter steigt. So entsteht ein Teufelskreis, bei dem mehr Schmerzmittel immer mehr Schmerzen hervorrufen.

AK Niedersachsen

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