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Rotaviren breiten sich aktuell vermehrt aus.

Für Säuglinge und Kleinkinder ist eine Infektion mit Rotaviren besonders gefährlich.
© Oksana Kuzmina - Fotolia

Sa. 09. Dezember 2017

Thema der Woche: Rotaviren breiten sich aus

Hochansteckende Rotaviren breiten sich aktuell vermehrt aus: 35.064 gemeldete Infektionen verzeichnete das Robert Koch-Institut bis Oktober 2017. Im Vorjahr lag der Wert zur gleichen Zeit bei 22.443 Meldungen. Das Virus ist der häufigste Auslöser für Magen-Darm-Erkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Aufgrund ihres noch nicht vollständig ausgebildeten Immunsystems sind sie besonders anfällig. Typische Symptome sind wässriger Durchfall, Erbrechen und Fieber.

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Rotaviren breiten sich rasend schnell aus und werden durch Schmierinfektionen übertragen. Erkrankte scheiden massenhaft Viruspartikel über den Stuhl aus. Durch kleinste Spuren von Stuhlresten an den Händen werden die Viren von Mensch zu Mensch weitergegeben. So gelangen die Erreger in den Mund und schließlich in den Verdauungstrakt. Zehn Viruspartikel reichen bereits für eine Infektion aus. Nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Tagen tritt wässriger Durchfall auf, oft begleitet von Erbrechen und Fieber. Die Symptome klingen meist nach vier bis sieben Tagen wieder ab. "Für Säuglinge und Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren ist eine Infektion mit Rotaviren aufgrund des Flüssigkeitsverlustes besonders gefährlich. In etwa der Hälfte der Fälle ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig", erläutert Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen. Die meldepflichtige Krankheit kann auch bei älteren Menschen einen schweren Verlauf nehmen. Erwachsene haben hingegen meist wesentlich mildere Symptome.

Flüssigkeitsverlust ausgleichen

"Ein Rotavirus kann nicht mit Antibiotika behandelt werden, da es sich, wie der Name schon sagt, um eine Virusinfektion handelt. Auch von der Einnahme von Arzneimitteln, die die Darmbewegung herabsetzen, wie beispielsweise Loperamid, ist abzuraten. Aus diesem Grund erfolgt lediglich eine symptomatische Behandlung", erklärt Justus. Erkrankte verlieren aufgrund von Durchfall und Erbrechen oft viel Flüssigkeit und Elektrolyte. Wird der Verlust nicht ausgeglichen, kann es mitunter lebensgefährlich werden. Somit ist die wichtigste Maßnahme der Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes. So sollten Betroffene viel trinken, ungesüßte Kräutertees und Mineralwasser sind gut geeignet.

In Apotheken sind zudem sogenannte orale Rehydratationslösungen erhältlich. Sie enthalten Elektrolyte, versorgen den Körper mit den benötigten Mineralstoffen und werden in verschiedenen Geschmacksrichtungen kindgerecht angeboten. Fieber kann mit üblichen fiebersenkenden Arzneimitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol gesenkt werden. Leicht verdauliche Nahrung unterstützt zudem den gereizten Darm. Stärkehaltige Lebensmittel wie beispielsweise Kartoffeln, Haferbrei oder Zwieback eignen sich dafür besonders. Auf zucker- und fetthaltige Speisen sollte hingegen verzichtet werden.

Ansteckung vermeiden

Eine betroffene Person ist nach Abklingen der Symptome noch bis zu acht Tage ansteckend. Soweit möglich, sollten Erkrankte in diesem Zeitraum daher den Kontakt zu anderen Menschen einschränken. Kinder unter sechs Jahren dürfen laut Infektionsschutzgesetz Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen frühestens 48 Stunden nach dem Abklingen der Symptome wieder besuchen.

Da die Erreger hauptsächlich über die Hände übertragen werden, ist eine gute Handhygiene wichtig: Sorgfältiges Händewaschen mit Wasser und Seife sowie die Verwendung von speziellen Handdesinfektionsmitteln aus der Apotheke töten einen Großteil der Viren ab. Darüber hinaus ist es sinnvoll, Bettwäsche, Handtücher und Waschlappen von Erkrankten häufig zu wechseln und bei 60 Grad zu waschen. Zudem ist eine tägliche Desinfektion der Kontaktflächen wie beispielsweise der Türgriffe ratsam.

Für Säuglinge empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut eine Schluckimpfung gegen Rotaviren. Die erste Impfung sollte zwischen der sechsten und zwölften Lebenswoche erfolgen. Abhängig vom Impfstoff sind zwei oder drei Impfstoffdosen mit einem Abstand von mindestens vier Wochen notwendig.

Apothekerkammer Bremen

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