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Über den Schlaf kursieren viele Gerüchte.

Stimmt es, dass man im Traum nicht sterben kann? Ein Schlafexperte klärt auf.
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Mi. 14. März 2018

Fakten und Mythen rund um den Schlaf

Vollmond, Kaffee vor dem Schlafengehen, Schnarchen: Um den Schlaf und die Dinge, die ihn beeinflussen können, kursieren viele Ansichten. Der US-amerikanische Schlafforscher Michael K. Scullin von der Baylor University in Texas klärt auf, was Fakten sind und was in das Reich der Mythen gehört.

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Mythos: Wer im Traum stirbt, stirbt auch in der Wirklichkeit

Immer wieder kursiert das Gerücht, dass das Gehirn mit dem mentalen Stress, in einem Traum zu sterben, nicht klarkommt und dass man deshalb, wenn man im Traum sterbe, auch im realen Leben sterbe. Das sei nicht stichhaltig, da es durchaus Leute gebe, die von ihrem Tod im Traum berichten – und diese lebten, so Scullin. "Das Gehirn kann eine Menge verkraften und es gibt die Theorie, dass Albträume eine funktionelle Adaption sind, die uns beim Überleben helfen", sagt der Schlafexperte.

Fakt: Schnarchen ist ein Zeichen von Krankheit

Es existiert eine Verbindung zwischen Schnarchen und der sogenannten obstruktiven Schlafapnoe. Obwohl es auch Menschen gibt, die schnarchen, ohne dass es zu krankhaften Atemaussetzern im Schlaf kommt, ist Schnarchen der größte Risikofaktor für Schlafapnoe. Wird diese nicht behandelt, steigt das Risiko für Herzkrankheiten an.

Fakt: Wenn man nach 20 Minuten nicht eingeschlafen ist, sollte man wieder aufstehen

Auch wenn sich das widersprüchlich anhöre, könne Aufstehen beim Einschlafen helfen. Liege man im Bett und könne nicht einschlafen, entstehe ein negative Verknüpfung zwischen dem Bett und Schlaf. Die Lösung sei, aufzustehen und etwas Langweiliges zu tun, ohne das Licht anzumachen. Werde man müde, solle man wieder ins Bett gehen. So werde das Bett nur mit dem Gefühl von Müdigkeit verknüpft.

Mythos: Eine Nacht Erholungsschlaf kann die Schäden einer durchgemachten Nacht vollständig ausgleichen

"Eine wirklich interessante Neuroimaging-Studie konnte zeigen, dass Schlafentzug die Funktionsfähigkeit des Frontallappens signifikant beeinträchtigt", sagt Scullin. Der Frontallappen ist unter anderem für Gedächtnis, Entscheidungsfindung und Aufmerksamkeit verantwortlich. In der Studie hatten Teilnehmer eine Nacht durchgemacht und danach eine volle Nacht zum Schlafnachholen gehabt. Wie Hirnscans zeigten, hatte sich der Bereich des Frontallappens danach nur teilweise wieder erholt.

Mythos: Bei Vollmond haben doppelt so viele Menschen Schlafprobleme

Um diese These zu überprüfen, haben Wissenschaftler weltweit ihre Daten gebündelt und keinen Zusammenhang zwischen Vollmond und Schlafqualität entdeckt. Scullin vermutet, dass diejenigen, die von sich sagen, dass sie bei Vollmond nicht gut schlafen, wahrscheinlich auch in anderen Nächten nicht sehr gut schlafen, es aber nur wahrnehmen oder darüber nachdenken, wenn gerade Vollmond ist.

Mythos: Smartphone-Apps können den Schlaf verlässlich messen

Trotz ihrer Popularität können Schlaf-Apps die Qualität und Quantität des Schlafs nicht zuverlässig messen. Das sei nur mit am Kopf angebrachten Elektroden genau möglich.

Fakt: Koffein vor dem Schlafengehen stört den Schlaf

Selbst sechs Stunden vor dem Zubettgehen getrunken, kann Koffein den Schlaf stören. Dies geht aus einer Studie hervor, in der Teilnehmer eine, zwei, vier und sechs Stunden vor dem Schlafengehen Koffein zu sich nahmen. Nicht nur das Einschlafen falle schwerer, sondern der Schlaf sei zudem weniger tief, sagt Scullin.

HH

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