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Experten warnen vor dem Eichenprozessionsspinner.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners enthalten ein allergieauslösendes Gift.
© Stefan Franz - Fotolia.com

Fr. 22. Juni 2018

Giftige Eichenprozessionsspinner breiten sich aus

Wer seine Freizeit gern draußen verbringt, sollte derzeit besonders vorsichtig in der Nähe von Eichen sein. Grund sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners, die sich mittlerweile bundesweit ausbreiten. Ihre Härchen enthalten das Nesselgift Thaumetopoin. Bei Hautkontakt wird das Gift freigesetzt.

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"Besucher von Campingplätzen, Waldgebieten, Parks und Spielplätzen sollten jetzt besonders auf Gespinstnester in Eichen achten und einen großen Bogen darum machen", rät Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der Krankenkasse Barmer in Hessen. Das Gift könne auf der Haut eine Raupendermatitis mit geröteten Quaddeln und Pusteln auslösen, so der Experte. Wer mit den Härchen in Kontakt gekommen ist, bemerkt die Folgen allerdings meist erst in der Nacht oder am nächsten Tag. Die zeitliche Differenz zwischen Kontakt und ersten Symptomen führt oft dazu, dass die Ursache für die Beschwerden nicht sofort erkannt wird. Zudem ähnelt der juckende Hautausschlag anderen Hautproblemen wie etwa allergischen Ekzemen. "Je nachdem, wie intensiv der Kontakt mit den Gifthärchen des Eichenprozessionsspinners war, verschwinden der Ausschlag und das Jucken nach etwa zwei Wochen wieder von selbst", erklärt Sudhoff.

Allerdings wollen die wenigsten Betroffenen so lange warten und gehen vorher zum Arzt. Präparate mit Kortison können die Beschwerden lindern. Neben der Haut können auch Augen und Atemwege durch den Kontakt gereizt werden. Asthmatiker können mit Asthma-Anfällen reagieren. Die Augen tränen, sind meist gerötet und geschwollen. Wenn sich eines der Härchen unter das Augenlid setzt oder in die Hornhaut eingräbt, ist der Gang zum Augenarzt unvermeidbar.

Gartenbesitzer, die ein Gespinstnest auf ihrem Grundstück entdeckt haben, sollten auf keinen Fall selbst versuchen, es zu entfernen. Auch abflammen oder abspritzen ist nicht empfehlenswert, weil dadurch noch mehr Gifthaare aufgewirbelt werden können. Die Entfernung sollte immer durch ausgewiesene Schädlingsbekämpfer erfolgen. Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner, rät Sudhoff dazu, sich gründlich abzuduschen und den ganzen Körper samt Haaren zu waschen. Anschließend ist es sinnvoll, die Haut trocken zu föhnen, damit eventuell verbliebene Härchen nicht mit dem Handtuch eingerieben werden. Als Erste Hilfe-Maßnahme können kalte Kompressen den Juckreiz und die Schwellungen lindern.

Barmer/NK

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