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Experten warnen vor Giftpilzen, die Speisepilzen sehr ähnlich sehen.

Einige Giftpilze sehen Speisepilzen zum Verwechseln ähnlich, wie etwa der Knollenblätterpilz.
© Alinsa - stock.adobe.com

Mo. 03. September 2018

Giftpilze: Vorsicht vor tödlichen Doppelgängern

Trotz der langanhaltenden Hitze und Dürre dieses Sommers können Pilze, wenn es Niederschläge gibt, nun wieder wachsen. Das gilt für Speisepilze genauso wie für Giftpilze, die ihren essbaren Verwandten oft zum Verwechseln ähnlich sehen - zum Beispiel der Knollenblätterpilz. Experten warnen deshalb zur Vorsicht beim Pilzesammeln.

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Der Knollenblätterpilz ist für rund 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen in Europa verantwortlich, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Leberstiftung. Wenn er verzehrt wurde - er schmeckt nach Aussagen Betroffener sogar ausgesprochen gut - treten Symptome erst nach etwa sechs bis 24 Stunden auf. Das mache ihn so gefährlich, denn wenn das Gift Wirkung zeigt, hat es sich bereits im ganzen Körper verteilt. Es kommt dann zu schweren, sechs bis neun Stunden anhaltenden Durchfällen und Erbrechen.

Die Gifte des Knollenblätterpilzes, die sogenannten Amatoxine, beginnen bereits etwa 24 Stunden nach dem Verzehr, die Leber zu zerstören. Eine frühe Diagnose ist deswegen extrem wichtig, denn die Vergiftung könne behandelt werden, so die Leber-Experten. So gibt es unter anderem die Möglichkeit einer intravenösen Gabe von Flüssigkeit und Silibinin, einem Wirkstoff, der die Aufnahme des Giftes in die Leberzellen hemmt, oder spezieller Dialyse-Verfahren. Bei einem günstigen Verlauf kann es nach sieben bis zehn Tagen zu einem kompletten Rückgang der Symptome kommen. Im schlimmsten Fall kann eine Knollenblätterpilz-Vergiftung aber zum Leberversagen führen, sodass nur noch eine Lebertransplantation das Leben des Patienten retten kann.

Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, rät daher zur Vorsicht: "Besteht auch nur der Verdacht einer Pilzvergiftung, sollte dringend der Notarzt gerufen werden. Je früher diagnostiziert und behandelt wird, umso größer sind die Heilungschancen." Zum Nachweis des Pilzgiftes und somit zur leichteren Diagnose sollten die Pilzreste und das Erbrochene aufgehoben und an den Notarzt weitergegeben werden, so Manns. Unerfahrenere Pilzsammler sollten in jedem Fall vor dem Verzehr selbstgesammelter Pilze einen Pilzsachverständigen zu Rate ziehen. Angebliche Merkmale für essbare Pilze wie Maden- oder Schneckenbefall seien irreführend, betont Manns. Schnecken etwa bekämen keine Leberschädigung durch Amatoxine, weil sie keine ‚richtige‘ Leber haben.

Deutsche Leberstiftung/ HH

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