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Forscher haben ein neues Tuberkulose-Medikament entwickelt.

Besteht der Verdacht auf Tuberkulose, fertigt der Arzt ein Röntgenbild des Brustkorbs an.
© Minerva Studio - Fotolia

Do. 13. September 2018

Kein Antibiotikum: Forscher entwickeln neues Tuberkulose-Medikament

Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, ein nicht antibiotisch wirkendes Medikament zu entwickeln, mit dem sich Tuberkulose behandeln lassen könnte. Die Wissenschaftler hoffen, dass das neue Mittel, das bei Tieren zu erfolgversprechenden Ergebnissen führte, in drei bis vier Jahren bei Menschen erprobt werden kann.

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Der neue Wirkstoff greift an einer Schutzstrategie des Tuberkulose-Erregers an: Bei einer Infektion gibt das Bakterium Mycobacterium tuberculosis bestimmte Stoffe ab, sogenannte Virulenzfaktoren, die ihm dabei helfen, dem Immunsystem zu entkommen. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Medicinal Chemistry berichten, ist es ihnen gelungen, einen dieser Virulenzfaktoren zu identifizieren. Werde dieser ausgeschaltet, könne das Immunsystem das Bakterium effektiver angreifen, verdeutlicht Projektleiterin Professor Lydia Tabernero von der University of Manchester. In Versuchen mit Meerschweinchen mit akuter und chronischer Tuberkulose konnten die Forscher zeigen, dass der neue Wirkstoff die Bakterienlast deutlich reduziert.

Das Besondere sei, dass der Wirkstoff den Tuberkulose-Erreger nicht direkt töte, sondern eine Schutzstrategie der Bakterien ausschalte, so Tabernero. Damit könne der neue Ansatz möglicherweise helfen, auch antibiotikaresistente Bakterien auszuschalten, so die Hoffnung der Wissenschaftler. In einem nächsten Schritt wollen sie den Wirkstoff weiter optimieren und hoffen, in drei bis vier Jahren mit klinischen Studien beginnen zu können.

Jedes Jahr sterben rund 1,7 Millionen Menschen an Tuberkulose. Im Jahr 2016 wurde die Lungenkrankheit weltweit bei 6,3 Millionen Menschen diagnostiziert und behandelt, Tendenz steigend. Seit über 60 Jahren sind Antibiotika die einzige Waffe, die Ärzte einsetzen können. Die Zunahme von Resistenzen ist jedoch ein besorgniserregendes Problem und die lange Dauer der Behandlung von mehr als sechs bis acht Monaten mit einem Cocktail starker Antibiotika sei für Patienten oft schwierig und belastend.

HH

Quelle: DOI 10.1021/acs.jmedchem.8b00832

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