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Manchmal ist Schnarchen nicht nur harmlos.

Schnarchen ist lästig - und in manchen Fällen sogar ein Fall für den Arzt.
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Mo. 12. November 2018

Schnarchen: Wann zum Arzt?

Schnarchen ist nicht nur störend, sondern manchmal auch gefährlich. Ärzte unterscheiden zwischen unkompliziertem Schnarchen und sogenanntem obstruktiven Schnarchen, das die Atmung so stark behindert, dass sie beim Schlafen regelmäßig kurzzeitig aussetzt. Wer schnarcht und sich tagsüber sehr müde fühlt, sollte die Ursache von einem Facharzt abklären lassen.

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In den meisten Fällen verengt eine nachlassende Spannung der Schlund- und Zungenmuskulatur den Rachen und bringt die Schleimhaut zum Vibrieren. Bislang gibt es noch kein Mittel, um die Muskulatur gezielt zu stärken. Immerhin wissen Experten aber inzwischen, was die Muskeln zusätzlich erschlaffen lässt: "Übergewicht und Alkohol wirken sich negativ auf die nächtliche Geräuschkulisse aus", sagt Dr. Uso Walter, Vorstandsvorsitzender des HNOnet-NRWs, ein Zusammenschluss niedergelassener HNO-Ärzte aus Nordrhein-Westfalen.

"Bei hohem Gewicht kollabieren die oberen Atemwege wesentlich schneller und das Schnarchen verstärkt sich", so Dr. Walter. Ein paar Kilos weniger auf den Rippen tragen daher oft schon erheblich dazu bei, die hörbaren Folgen zu reduzieren. Alkohol wiederum senke die Muskelspannung der oberen Atemwege. "Der Verzicht auf schweres Essen, das gemütliche Feierabendbier oder ein Gläschen Wein kann deshalb für so manchen kein Verlust, sondern eine Bereicherung sein", sagt Walter. Nicht zuletzt komme es auf die Liegeposition an. Viele Schnarcher schlafen nahezu geräuschfrei, wenn sie auf der Seite liegen.

Zeigen all diese Tipps keine Wirkung oder fühlen sich Betroffene tagsüber sehr müde und unausgeruht, empfiehlt es sich, den Rat eines HNO-Arztes einzuholen. Neben einer erschlafften Rachenmuskulatur kommen beispielsweise Polypen, Verformungen der Nasenscheidewand oder vergrößerte Mandeln als Auslöser in Frage. Bei einigen Menschen verschließen sich die Atemwege im Schlaf kurzzeitig komplett. Dann kommt es zu Atemaussetzern die unbedingt medizinischer Abklärung und Behandlung bedürfen. "Apnoe-Patienten haben nicht nur unter den Folgen der ausbleibenden Erholung zu leiden, sondern laufen auch Gefahr, Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfälle oder Unfälle infolge chronischer Übermüdung zu erleiden", warnt Dr. Walter. Mit moderner Technik lässt sich Schlafapnoe heute jedoch erfolgreich therapieren.

NK

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